Christoph Koch

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Archiv für Januar, 2005

O.C. California: Die große kalifornische Fernsehjugend

Verfasst von christophkoch am Januar 28, 2005

„O.C. California” ist nicht nur die beste Jugendserie seit Jahren – sie ersetzt auch das Musikfernsehen

 

Über keine Fernsehserie wurde im vergangenen Jahr in den USA so viel geredet wie über „The O.C.” (in Deutschland „O.C., California”). Die Abkürzung steht für Orange County, eine wohlhabende Gegend im Süden Kaliforniens, in der es nach Sandstrand und frisch polierten Autos riecht – und manchmal nach stiller Verzweiflung. 9,6 Millionen Zuschauer sahen im Schnitt die erste Staffel der Serie. Und das, obwohl die Geschichten aus Orange County alles andere als eine Werbung für den kalifornischen Way of Life sind: Zwei Mädchen legen ihre stockbesoffene Freundin vor deren Elternhaus auf den Boden und suchen kichernd das Weite, eine Mutter verführt den Ex-Freund ihrer Tochter – und auf nahezu jeder Party wird entweder gekokst oder die Abendgarderobe abgelegt, um sich zu prügeln. Schon die erste Folge der Serie (am Mittwoch auf ProSieben) ist so voller Tempo, Ereignisse und Spannung, dass man denkt, man würde einen kompletten Spielfilm sehen. Dabei sind es nur rund 45 Minuten einer Fernsehserie.

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Im Zentrum von „The O.C.” steht Ryan (Benjamin McKenzie), dem das Leben übel mitgespielt hat: Der Vater im Knast, die Mutter Alkoholikerin, der Bruder Autoknacker. Als Ryan durch diesen beinahe selbst ins Gefängnis muss, holt ihn der herzensgute Pflichtverteidiger Sanford „Sandy” Cohen (Peter Gallagher) zu sich nach Hause – in die behütete Gemeinde von Newport Beach. Während Sandys schüchterner Sohn Seth (Adam Brody) sich freut, in Ryan vielleicht endlich so etwas wie einen Freund zu finden, ist Mutter Kirsten (Kelly Rowan) weit weniger begeistert, einen wortkargen Unterhemdträger in ihrem Poolhaus zu haben, der noch dazu Zigaretten raucht.

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Das Evangelium nach Steve

Verfasst von christophkoch am Januar 21, 2005

Apple inszeniert seine Computer als Religion

 

Der Gottesdienst beginnt mit lauten Beats. „Let’s Get It Started” peitscht ein Stück der Black-Eyed Peas auf das vieltausendköpfige Publikum im Moscone Center in San Francisco ein. Als der Prediger auftritt, brandet Beifall auf, Blitzlichter flackern. Der Mann auf der Bühne trägt Jeans ohne Gürtel und einen schwarzen Rolli. Sein Name ist Steve Jobs, und über ihm leuchtet kein Mosaikfenster, sondern ein angebissener Apfel. Doch selbst wenn Jobs kein Geistlicher ist, sondern der Chef des Computerkonzerns Apple – er ist hier, um zu predigen. Wie jedes Jahr stellt er die neuen Produkte persönlich in seiner „Keynote” auf der alljährlichen Macworld-Messe vor. Nach einem festen Ritual: Zuerst erzählt er vom Geschäftsjahr, dann stellt er Softwareneuerungen vor. Und dann, wenn er schon am Ende zu sein scheint, trägt er lächelnd die Zauberformel vor: „One more thing” – eine Sache noch. Und enthüllt Apples neue Geräte: in diesem Jahr einen extrem preisgünstigen Einsteiger-Rechner namens „Mac Mini” sowie einen winzigen MP3-Player namens „iPod Shuffle” (SZ vom 13. Januar).

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