Verfasst von christophkoch am September 27, 2005
Für den niederländischen Künstler Anton Corbijn ist die Musik wichtiger als die Fotografie. Vielleicht hat er deshalb einige der aufregendsten Videoclips gedreht.
Im Pfarrhaus der winzigen holländischen Insel Strijen liegt Mitte der sechziger Jahre häufig ein schlaksiger Junge mit Segelohren auf dem Fußboden. Der Wind trägt das Glockengeläut des Kirchturms durch das Fenster hinein, aber der Junge hört es nicht. Denn er konzentriert sich auf die Lieder aus dem Transistorradio, das neben ihm auf dem Boden liegt. Er schließt die Augen und stellt sich vor, wie die Menschen aussehen, die diese Musik spielen. Wie die Plattenhüllen gestaltet sind, in denen diese Musik steckt. Der Junge ist der Sohn des Pfarrers, er heißt Anton Corbijn, und heute muss er sich nicht mehr erträumen, wie die Popstars und ihre Plattenhüllen aussehen – denn er hat Hunderte von ihnen fotografiert.

Wie niemand sonst hat Corbijn das visuelle Bild der Popmusik geprägt. Nicht nur durch seine inzwischen weltberühmten Fotografien, sondern – und darüber wird erstaunlich selten gesprochen – auch durch die mehr als 70 stilprägenden Musikvideos, die er für Bands wie U2, Depeche Mode, Nirvana, Joy Division oder Metallica gedreht hat.
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Verfasst von christophkoch am September 12, 2005
Wie der Indiepopstar Jens Friebe einmal fast ein Musikmagazin ruiniert hätte
Der Berliner Songwriter Jens Friebe hat gerade sein zweites Album „In Hypnose“ veröffentlicht. Er gilt vielen als eine Art Lichtgestalt der deutschen Popkultur.
Du hast eine Weile als Musikjournalist gearbeitet und sogar einen Song darüber. geschrieben – „10 000 Zeichen“. Wie waren deine Erfahrungen?
Mir ist das Schreiben anfangs sehr schwer gefallen und ich habe wahnsinnig lang für einen Artikel gebraucht. Das zu überwinden, war eine gute Erfahrung.
Was hat dich genervt?
Was mich sehr frustriert hat, war die Tatsache, dass sich ein Artikel, wenn ich total begeistert war, nachher trotzdem immer noch genauso las wie einer über eine mittelgute Band. Man hat alle Superlative schon verbraucht und die Steigerung nach oben ist dann wie vernagelt.

Immerhin hast du es geschafft, das Musikmagazin Intro kurzzeitig in ernste Schwierigkeiten zu bringen . . .
Ich habe eine Gorillaz-Rezension mit dem Satz „Sofort brennen!“ beendet, worauf die Musikindustrie geschlossen auf die Barrikaden gegangen ist und zeitweise alle Anzeigen storniert hat. Da lagen die Nerven extrem blank. Ich hatte das unter dem Pseudonym Samuel Zöllner geschrieben. Gar nicht wegen des Satzes, sondern weil ich die Rezension insgesamt nicht so toll fand. Der Intro-Herausgeber fragte in der Redaktion an, ob man den denn nicht rauswerfen könnte.
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