Christoph Koch

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Archiv für Oktober, 2005

Na Sabine, wie sieht’s aus in München?

Verfasst von christophkoch am Oktober 27, 2005

Die Band Na Sabine, wie sieht’s aus in München? kommt – und genau das ist der Witz – aus Düsseldorf. Gerade hat sie das Album „Eine Flasche Musik“ veröffentlicht. Bassistin Beate verrät, wie man München von Düsseldorf aus sieht. Ein Interview über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden wohl verhasstesten Städte Deutschlands.

Na, Sabine, wie sieht es denn jetzt wirklich aus in München?

Die Sonne lacht verkniffen, die Menschen tragen rot -weiß -karierte Hemden, oder Häkelkleider. Die Jungs haben rote Bäckchen, die Mädchen rote Lippen und die Hausmeister sind ziemlich hektisch. Manchmal sind die Leute wohl ein wenig albern, macht sie aber nicht unsympathisch.

 

Na Sabine

„Ja bin ich denn im Wald hier? Wo bleibt unser Altbier?“
Beate und Band berichten von der längsten Theke der Welt.

 

Lasst mich raten, bei euch heißt auch gar niemand Sabine, stimmt’s?

Beates Schwester hatte eine Schulfreundin, die hieß Sabine. Außerdem kannten wir mal jemanden, dessen Schwester war in einer Klasse mit dem Bruder der Tennisspielerin Anke Huber.

Erzählt doch mal die Geschichte zum Bandnamen? Gegen welche Konkurrenten hat er sich zum Beispiel durchgesetzt?

Die Diskussion lief etwa so:– „Nepper, Schlepper, Bauernfänger?“– „Klingt zu sehr nach Punkband!“– „Die rote Sporttasche?“– „Dann assoziieren die Leute diesen Sportanzug -Tocotronic -Hype!“– „Sachdienliche Hinweise?“– „Da können wir uns ja gleich Na Sabine, wie sieht’s aus in München? nennen!“

Und wie ist Euer Verhältnis zu München jetzt wirklich?

Henrik, der Schlagzeuger ist Bayer und sagt „Kemie“ und „Kierurg“. Beate, die Sängerin und Bassistin war dieses Jahr einmal da, Tourzwischenspiel mit zweinächtigem Aufenthalt, der Rest schaut hin und wieder fern.

Im Rest von Deutschland werden Düsseldorfer und Münchner ja gerne in einen Topf geworfen: Die dämlichen Snobs mit zuviel Asche. Gutes Klischee?

Hier gibt es schon ziemlich fiese Menschen. Wenn man die Kö entlang geht, kann man richtig selbstbewusst werden, weil man sich für einen Moment wie der spannendste Mensch der Welt fühlt. Aber: wo viel Schund, da auch viel Gegenbewegung.

Als das „Schumanns“ - Münchens bekannteste Bar - umzog, sagte jemand, man könne da jetzt nicht mehr hingehen. Da wären „nur noch Düsseldorfer“. Was meint er damit?

Wohl die fiesen mit kleinen Brillen, gestreiften Anzügen, David-Beckham-Iro und Frauen, die viel Geld dafür ausgeben, billig auszusehen. Keine Hausmeister, aber noch rotere Lippen.

Wo sind Eurer Meinung nach die Unterschiede zwischen München und Düsseldorf?

Die Münchener Schickis sind prominent, pflegen ihre Heimatkultur und reden komisch. Man freut sich über Japaner und stark pigmentierte Menschen in Lederhosen. Die Düsseldorfer Schickis sind nicht prominent, dafür aber pseudointernational. Aber die Gegenkultur ist schon in Ordnung. Na ja, wir meinen damit jetzt nicht die Leute, die glauben, Die Toten Hosen wäre eine Punkband.

Wenn ein Münchner mal raus aus seiner Stadt will und für ein Wochenende nach Düsseldorf kommt, wo muss er hingehen, damit er sich gleich Zuhause fühlt?

Ins Hofbräuhaus in der Altstadt, längste Theke, weißt schon.

Und wo muss er hin, um mal was richtig anderes zu sehen? Etwas, das er noch nicht kennt?

Wir haben hier nette kleine Kulturvereine. Auch solche, welche für Frauen zugänglich sind, wie die „Brause“ und das „Damen und Herren“. Da gibt es Rumhängen mit und ohne Sinn, Ausstellungen, Bingo und Konzerte von den Bands unsere Labels lolila.

Großes Thema zwischen München und Düsseldorf ja immer auch: Der Senf. Euer Lieblingssenf?

Der Grobkörnige!

Interview: Christoph Koch
Erschienen in: Süddeutsche Zeitung

Foto: Lolila

 

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„Das war kein MTV-Hüpfen, das war so ein Freu-Hüpfen“

Verfasst von christophkoch am Oktober 27, 2005

Thees „Tomte“ Uhlmann und Marcus „Kettcar“ Wiebusch über die Dreharbeiten zu „Keine Lieder über Liebe“

 

Drei Wochen lang waren Heike Makatsch, Jürgen Vogel und Florian Lukas für den Film „Keine Lieder über Liebe“ mit der Hansen Band auf Tour. Einer Band, die für den Film gegründet wurde und jetzt real existiert. Dabei: Thees Uhlmann von Tomte und Marcus Wiebusch von Kettcar. Ein Interview über die Dreharbeiten zu einem Film, der die Grenzen zwischen Dokumentation und Spielfilm, zwischen Liebesdrama und Rockmovie überschreitet.

Hansen

Look At Us, We Formed A Band: Felix Gebhard, Max Schröder,Thees Uhlmann, Jürgen Vogel und Marcus Wiebusch (von links)

Was für einen Unterschied macht es, ob ihr einen Song für eure eigenen Bands Kettcar und Tomte schreibt - oder für eine Filmband, in der dann ein Schauspieler den Text singt?

Thees: Musikalisch ist das kein großer Unterschied: Man setzt sich halt mit der Gitarre hin und wenn man Glück hat, kommt ein Lied dabei heraus. Textlich fand ich es sogar einfacher. Bei Tomte gehe ich mit meiner vollen Persönlichkeit in die Texte rein und für die Hansentexte habe ich mich in einen Charakter hineinversetzt. Das ist dann wie eine fiktive Geschichte zu schreiben, ich habe da weniger Verantwortungsdruck gespürt.

 

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