Verfasst von christophkoch am März 28, 2006
Das staatliche Monopol auf Sportwetten ist vom Bundesverfassungsgericht immer noch nicht nicht beendet worden. Trotzdem macht überall, wo ein Geschäft pleite macht, ein Wettbüro auf. Was war in diesen Geschäften eigentlich vorher drin? Wir haben nachgesehen.

1988: Sonnenstudios
Was brauchte man als Grundlage für all die weißen Schulterpolstersakkos, zitronengelben Bündchen-Shirts, Tennissocken und cremefarbenen Cabrios? Braune Haut! Nach den Strähnchen bei Jean Jacques ging’s mit Walkman ins „Sun-Fit“ und danach in die Disco – so sah in den arglosen 80ern eben „savoir vivre“ aus.
1989: Videotheken
Gerne in Gewerbegebieten von Kleinstädten angesiedelt – gegründet von Familienvätern, die ein wenig Geld gespart hatten. Mitgliedskarten waren noch nicht zum Scannen, sondern trugen oft nur eine vierstellige Kundennummer, mit der alles gebucht wurde.
Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in jetzt.de | Getaggt: jetzt.de | Keine Kommentare »
Verfasst von christophkoch am März 27, 2006
Ben mag Musik: Er hat Aktien seiner Lieblingsband gekauft
Das Aktienzertifikat hängt eingerahmt im Flur von Bens Wohnung. „Meine Freundin war zuerst nicht sonderlich begeistert“, erzählt der 28-jährige IT-Manager aus Leeds. „Wir hatten das Geld eigentlich für einen Urlaub und eine neue Küche eingeplant.“ Doch dann hat Ben die 2400 Pfund (rund 3500 Euro) für Aktienanteile an seiner Lieblingsband ausgegeben.

Bens Lieblingsband heißt Four Day Hombre und es ist keine Schande, bislang noch nichts von ihnen gehört zu haben. Denn die Band aus Leeds, der Stadt der Kaiser Chiefs, hatte bislang keinen Plattenvertrag. Da ihnen kein Label ein Angebot machte, bei dem die Indiepopper die volle künstlerische Kontrolle behalten hätten, entschlossen sie sich, das zu tun, was große Firmen andauernd machen: Aktien zu verkaufen.
Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in Süddeutsche | Keine Kommentare »
Verfasst von christophkoch am März 26, 2006
Warum viele Menschen auf ein kleines Gerät namens Blackberry nicht mehr verzichten können
Nicht auszudenken, wenn der Strom von E-Mails, der ständig in Blackberrys hinein- und wieder hinausfließt, plötzlich versiegte. Wenn die Standleitung in die weite Welt der Kommunikation urplötzlich gekappt würde. Genau diese Gefahr drohte amerikanischen Benutzern des zigarettenschachtelgroßen Geräts zum mobilen Versenden von E-Mails bis Ende voriger Woche: Ein vor Gericht ausgetragener Patentstreit zwischen der Blackberry-Firma Research In Motion (RIM) und einem Erfinder hätte beinahe eine Abschaltung des Netzes in den USA und ein Verkaufsverbot zur Folge gehabt. Kaum hatten sich die Parteien außergerichtlich geeinigt, stiegen die RIM-Aktien um 19 Prozent.

Selbst das Justizministerium hatte sich in den erbitterten Streit eingeschaltet: Wichtige Regierungsorganisationen könnten ohne Blackberry nicht mehr arbeiten, hieß es. Rund 400 Mitarbeiter des Weißen Hauses empfangen ihre Mails mobil, viele tausend Regierungsangestellte benutzen Blackberrys. Das US-Bildungsministerium will festgestellt haben, dass seine Mitarbeiter mit dem kleinen Ding produktiver sind. Das macht das Gerät ebenso interessant wie die Tatsache, dass nach den Anschlägen vom 11. September 2001 fast alle Kommunikationssysteme zusammenbrachen, die Blackberrys aber unbeeindruckt ihren Dienst taten.
Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in Die Zeit | Getaggt: Zeit | 1 Kommentar »
Verfasst von christophkoch am März 6, 2006
Wandern unter der Skisprungschanze, Schnäpse bei den Zwergen und die Rettung durch die Nordic Walker
Der Zug rattert tiefer und tiefer in den Schwarzwald, bis nach Hinterzarten. Ich will mal wieder ein Wochenende ganz allein verbringen und miete mich im schönen Parkhotel ADLER ein, das seit 1446 in Familienbesitz ist und im Sommer das Quartier der holländischen WM-Mannschaft sein wird. Der Blick aus meinem Zimmer landet auf der berühmten Adler-Skisprungschanze, die früher dem Hotel gehörte. Da es noch nicht ganz dunkel ist, kämpfe ich mich mit dampfendem Atem den Anstieg hinauf, so dass mein steigungsunerfahrenes Herz laut pocht. Danach habe ich genug Hunger für ein Abendessen im ALEMANNENHOF, wo es für Alleinreisende gute badische Weine auch in 0,375-Liter-Flaschen gibt.

Die Adlerschanze im Sommer
Am Samstag durchwandere ich in Breitnau die RAVENNA-SCHLUCHT. Die Wasserfälle und Wildwasser, die am Ende der Schlucht warten, sind an manchen Stellen so schön zugefroren, dass ich überlege, in großem Stil ins Winterpostkarten-Geschäft einzusteigen. Auf dem Rückweg kehre ich in den GASTHOF von LYDIA KETTERER ein, obwohl er von Gartenzwergen bewacht wird. Die Wirtin tischt nicht nur eine ausgezeichnete Brotzeit auf, sondern sorgt mit vergnüglichen Geschichten, hemmungsloser Neugier und dem ein oder anderen Schnaps dafür, dass mir auch als Einzelgast nicht langweilig wird.
Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in SZ-Magazin | 2 Kommentare »