Christoph Koch

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Archiv für Mai, 2006

Wie wird man eigentlich … Minensucherin, Vera Bohle?

Verfasst von christophkoch am Mai 28, 2006

Vera Bohle war bereits eine erfolgreiche Fernsehjournalistin und reiste fürs Fernsehen um die Welt. Dann entschloß sie sich, eine Laufbahn einzuschlagen, die deutlich weniger Ruhm, dafür ein Vielfaches an Gefahr mit sich bringt: Sie lernte, Minen zu entschärfen. Heute lebt die 36jährige in Berlin, verbringt aber rund zwei Drittel ihrer Zeit im Ausland und ist überzeugt: Die Fernsehkameras gegen hochexplosive Sprengkörper einzutauschen war die beste Entscheidung meines Lebens.

Bohle

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Grime + Indie = Grindie

Verfasst von christophkoch am Mai 12, 2006

In England wird in diesen Tagen ein neuer Trend ausgerufen: Die Kapuzenrapper der Grimeszene vermählen sich mit den blassen Jeansjungs mit umgeschnallten Indiegitarren. Heraus kommt: Grindie. Der nächste große Wurf nach Crossover und Bastard-Pop? Oder nur ein musikalisches Strohfeuer?

Am Anfang klingt alles noch ganz normal: Zu einer entspannt geschrummten Gitarre singen die Arctic-Monkeys „And what a scummy man, Just give him half a chance, I bet he’ll rob you if he can …“, die Welt ist in Ordnung. Doch dann plötzlich fräst sich ein Störgeräusch in den Song und eine Stimme bellt ins Mikro: „Yeah, this is what happens when the sun goes down! Brrrrrrrrrap! Shameless, smoker’s die younger“. Was danach kommt, ist kaum noch zu verstehen, mit 200 Silben pro Sekunde spittet MC Shameless eine textliche Fortsetzung der Geschichte des „Scummy Man“ ins Mikro, erst zum Refrain dürfen die Arctic Monkeys wieder ran. Der “Southern Monkey Remix” des Hits “When The Sun Goes Down” ist nur ein Beispiel für den jüngsten Trend aus der an Moden nicht gerade armen Stadt London: Grindie.


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Rädelsführer oder Quälgeist?

Verfasst von christophkoch am Mai 3, 2006

Eindrücke vom Morrissey-Auftritt in London

Der Alexandra Palace liegt in den Hügeln über London und zur Vorfreude auf den Morrissey-Auftritt gesellt sich bei der menschlichen Ameisenstraße, die sich langsam bergauf schiebt, die Begeisterung über den Ausblick. „Ali Pali“ nennen die stiernackigen Bouncer die geräumige und mit schnörkeligen Bögen verzierte Halle, die sich bewachen. Drinnen Bierstände, mehrere Merchandisingbuden und vereinzelte „Morrissey-Morrissey-Morrissey“-Sprechchöre.

Das Licht geht aus, der Jubel los. Die ersten drei Lieder sind die Bombe. Zuerst “First Of The Gang To Die”, der Smash-Hit vom letzten Album, der ihn sieben Jahren der Stille wieder zurück auf die Tanzflächen brachte. Dann “You Have Killed Me”, das Stück “von der neuen”, das am schnellsten ins Ohr geht und auch jetzt selig mitgeschrien wird - “And there is no point saying this again, but I forgive you, I forgive you, always I do forgive you”. Ohne große Ruhepause danach sofort “Still Ill”, eines der Trademark-Stücke seiner Exband: The Smiths. Ali Pali tobt. Danach hat Morrissey einen Schweißfleck in der Form eines - kein Witz - Engels auf dem Rücken seines bordeauxroten Maßhemdes.


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