Ganz entschlossen unentschlossen
Verfasst von christophkoch am April 20, 2007
Warum behaupten eigentlich alle in letzter Zeit, die Generation NEON sei ENTSCHEIDUNGSUNFÄHIG? Eine Verteidigung der Wahlfreiheit.
Was haben wir uns nicht schon alles anhören müssen. Dass wir zu wenig Kinder kriegen. Dass wir Wohlstandskinder sind. Doch die neueste Anschuldigung ist ein Stachel, der tiefer steckt. Sie greift unser Weltbild an: Immer häufiger wird unsere Generation mit dem Vorwurf konfrontiert, sich nicht entscheiden zu können. Sich nicht festlegen zu wollen. Wankelmütig und unentschlossen zu sein. Die Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2006 zeigt sich besorgt, dass sich die Generation der 14- bis 25-Jährigen durch mangelnde Entscheidungsfreude »großer Chancen« beraubt. Das kurzfristig auferstandene Zeitgeistblatt »Tempo« geißelt uns als Jeinsager, denen alles so irgendwie halb egal ist. Und eine große deutsche Zeitung ruft die »Generation Option« aus. Doch was, wenn ein Wesenszug dieser Generation – das Aufschieben von Entscheidungen – gar keine Unfähigkeit darstellt? Was, wenn die Bereitschaft, bereit zu bleiben für Neues, eine Tugend ist, aus der Not, der Wirklichkeit, geboren?
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