Verfasst von christophkoch am Februar 21, 2008
Die FERNFREUNDSCHAFT ist komplizierter als die Fernbeziehung: Man heult seltener am Telefon und verdächtigt den anderen nicht ständig der Untreue. Doch dafür lebt man sich Schritt für Schritt auseinander. Unsere Autoren, selbst erfahrene Long-Distance-Freunde, raten: einfach mal über alles schreiben.
Berlin, 2. 11. 2007
Mein lieber Atze, nach drei Wochen USA-Reise mit J. bin ich nun wieder zurück in Berlin. Unausgeschlafen, aber guter Dinge. Die Reise war vermutlich die beste aller Zeiten - wie Flitterwochen, nur ohne das lästige Altargedöns vorneweg. Trotzdem habe ich eines vermisst: unsere Sonntagabendtelefonate.
Ich weiß gar nicht mehr, wann und wie sich diese schöne Regelmäßigkeit eingestellt hat, aber meine innere Uhr ist inzwischen perfekt auf das Tatort-Ende am Sonntagabend justiert. Zum Abschluss des Wochenendes, bevor es wieder in eine neue Runde auf dem Karussell geht, noch einmal kurz innehalten und besprechen, was gerade anliegt. Kleines und Großes. Schönes und Nerviges. Wichtiges und Unwichtiges. Jobsorgen und Liebesglück. Reisepläne und Saufgeschichten.
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Verfasst von christophkoch am Februar 18, 2008
Wer früher etwas auf sich hielt, fand Verkleidungspartys uncool. Jetzt entdecken Partyveranstalter, Plattenlabels und Clubs den Charme der Verkleidung. Und in der Tat: Die Pappnase hat ihr Comeback verdient.
»Was für eine Party!« Tobi trippelt aufgeregt von einem Fuß auf den anderen. »Es gab eine Rutsche aus Eis und den besten Wodka Cranberry, den ich je getrunken habe.« Ich sehe ihn skeptisch an. »Aber das Allerbeste waren die Kostüme. Da waren fast alle verkleidet. Ein Typ ist in einem Ganzkörperhasenkostüm rumgerannt. Dabei war gar nicht Karneval.« Früher hätte ich ihm vermutlich das Wort abgeschnitten und einen Vortrag darüber gehalten, warum Verkleidungen - egal ob zur Faschingszeit oder zu jeder anderen Zeit im Jahr - total uncool sind.
Dass nur langweilige Menschen Perücken und schillernde Gewänder nötig haben, um ihre triste Existenz vergessen und einmal im Jahr ausgelassen feiern zu können. Aber früher dachte ich ja auch, Nudeln mit Ketchup wären ein wohlschmeckendes Mahl und eine Lavalampe ein lässiger Einrichtungsgegenstand.
Heute weiß ich, dass Verkleidungen auch jenseits klassischer Termine wie Karneval oder Halloween jeder Party guttun. Die Gründe dafür sind zahlreich. Maskierungen sind ein simples Vehikel, unsere anerzogenen Hemmungen und Bedenken fallen zu lassen.
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Verfasst von christophkoch am Februar 13, 2008
Auf dem letzten Album der kanadischen Breitwand-Romantiker von den Stars hieß es noch „Your Ex-Lover Is Dead“ und auch das neue Werk spielt im Schlafzimmer: „In Our Bedroom After The War“. Zeit für ein Interview mit dem Sänger Torquil Campbell über Liebe, Sex und Zärtlichkeit.
Auch wenn Eure Texte – gemessen an beispielsweise Hiphop-Lyrics – nie wahnsinnig explizit sind: Ihr macht sehr sexuelle Musik, oder?
Ja, auf jeden Fall. Danke! Ich hoffe sehr, dass wir sexuelle Platten machen. Meine liebsten Pop-Alben handeln auf die eine oder andere Art von Sex.

Was war noch mal so wichtig an Sex?
Er kann Dinge erschaffen und zerstören. Es kann ein Kind daraus entstehen oder er kann eine Beziehung vernichten. Es ist die eine Sache, die wir alle gemeinsam haben, die so unglaublich dramatisch und lebendig ist. Sex liefert guten Stoff für Geschichten, für menschliche Emotionen und für deshalb auch für Popsongs. Ich bin dieser weiße Typ ohne musikalisches Talent, der Soulplatten machen will (lacht) – was bleibt mir anderes übrig als über Sex zu singen?
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Verfasst von christophkoch am Februar 7, 2008
Zwischen Pizzakarton und Präsidenten-Prognose: Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN den „Super Tuesday“ der US-Vorwahlen aufbereitet – eine Reportage aus New York.
Der Central Park in New York ist einer der wenigen Orte, die selbst bei Nieselregen und grau drückendem Himmel majestätisch strahlen. Von den oberen Stockwerken des Time-Warner-Gebäudes direkt an der südwestlichen Ecke des Parks kann man das gut sehen. Doch heute hat niemand hier Muße für den beeindruckenden Ausblick. Es ist „Super Tuesday“, der vermutlich entscheidende Tag im Vorwahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft. 22, beinahe die Hälfte aller Bundesstaaten entscheidet heute, wen sie auf Seiten der Republikaner und wen für die Demokraten ins Rennen schicken wollen. Noch mehr Staaten als sonst haben sich für diesen Termin entschieden, manche sprechen deshalb auch vom „Super-Duper Tuesday“ oder vom „Tsunami Tuesday“
.

Vor zwei Tagen erst haben die New York Giants überraschend den Super Bowl gewonnen, die Stadt jubelt – so enthusiastisch das im geschäftig-coolen New York möglich ist. „Super Bowl, Super Tuesday – noch mehr Supersachen und wir werden alle einen Herzinfarkt erleiden“, scherzt CNN-Chef Jonathan Klein professionell, als er die Studiozuschauer zur Sondersendung „Conversations on the circle“ begrüßt.
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Verfasst von christophkoch am Februar 3, 2008
Anderson Cooper, der neue Star von CNN, über den Präsidentschaftswahlkampf, Emotionen und Journalismus
Mr. Cooper, im Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten moderieren Sie die YouTube-Debatten für CNN. Dort können die Wähler Fragen an die Kandidaten richten, indem sie kleine Filme mit ihren Anliegen bei der Internetplattform YouTube hochladen. Welche Erfahrungen machen Sie mit diesem Konzept?
Es ändert die Art der Gespräche komplett und bringt neue Energie in den Schlagabtausch. Man braucht allerdings jemanden vor Ort, denn Politiker sind sehr gut darin, Fragen so zu beantworten, wie sie sie beantworten wollen.
Wer wählt die Fragen aus?
Idealerweise könnten die Leute online abstimmen, welche Fragen gestellt werden sollen. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die Wahlkampfteams der Kandidaten bestimmte Fragen anonym rauf- oder runterwählen würden, wenn es eine offene Internet-Abstimmung gäbe. Deshalb werden die Fragen momentan noch von unserem Team ausgewählt.
Es gab in der Vergangenheit bereits Debatten, in denen das Studiopublikum fragen konnte.
Aber selbst da stellen die Leute erstaunlich förmliche Fragen, die wenig mit ihnen selbst zu tun haben. Sie werden nervös und stocksteif. Zuhause vor ihrer Webcam können sie so sein, wie sie wirklich sind, und die Fragen stellen, die sie wirklich bewegen.
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Verfasst von christophkoch am Februar 2, 2008
Wer selbst ein Blog hat, kennt das wahrscheinlich: Man schaut in die Statistik und fragt sich, wie und woher die diversen Besucher eigentlich auf die eigene Seite kommen. Manchmal erfährt man es: über Links, andere Blogs - oder aber Suchmaschinen. Praktischerweise werden die Begriffe, nach denen die Leute gesucht haben, auch gleich mit angegeben.Diesen Monat reichten die Anfragen wieder von philosophisch (”Wie hält Liebe ein Leben lang?”) über orthografisch fragwürdig (”robbi willem heroin”) und persönlich-ehrabschneidend (”Koch hat was an der Waffel”) bis zu dadaistisch (”mutig mutig Elektrogrill”).Die besten Suchanfragen im Januar:
- mutig mutig Elektrogrill
- Kann man zwei Kindern gleich viel Liebe geben?
- Koch hat was an der Waffel
- Laminatboden Nachbarn ärgern
- Jens Friebe schwul
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