Christoph Koch

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Archiv für 'Die Zeit' Kategorie


50 Werke der Dopingkultur

Verfasst von christophkoch am Juli 12, 2007

Nicht nur Radfahrer dopen. Sondern auch Künstler, Erfinder und Politiker. Eine kleine Kulturgeschichte der Leistungssteigerung. Von Marcus Aurelius bis Robbie Williams.

1. Die Glühbirne
von Thomas Alva Edison
Der amerikanische Erfinder mied harte Getränke, um seinen Verstand nicht zu trüben. Er sprach dem Vin Mariani zu, einem Gemisch aus Kokablättern und Wein.

2. Der Schrei
von Edvard Munch
Ständige innere Unruhe und Angst trieben den Maler zu Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Rudebox

3. Rudebox
von Robbie Williams
Nach seinem Ausstieg bei der Boygroup Take That waren es zuerst Kokain und Alkohol, die den Popsänger zu zwei Entziehungskuren zwangen. Zuletzt brauchte er vor allem legale Aufputschmittel: Er trank täglich viel zu viele doppelte Espressi.

4. Die Moulin-Rouge-Plakate
Von Henri de Toulouse-Lautrec
Der Montmartre-Maler war dem Alkohol und insbesondere dem Absinth so verfallen, dass heute noch eine Sorte nach ihm benannt ist.

5. Dr. Jekyll und Mr. Hyde
von Robert Louis Stevenson
Der englische Schriftsteller hat seinen Roman über die Schizophrenie des Menschen unter Kokaineinfluss geschrieben, angeblich in nur sechs Tagen. Die Droge war ihm zunächst gegen einen chronischen Katarrh verschrieben worden.

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Blackberry-Sucht: Wie im Rausch

Verfasst von christophkoch am März 26, 2006

Warum viele Menschen auf ein kleines Gerät namens Blackberry nicht mehr verzichten können

Nicht auszudenken, wenn der Strom von E-Mails, der ständig in Blackberrys hinein- und wieder hinausfließt, plötzlich versiegte. Wenn die Standleitung in die weite Welt der Kommunikation urplötzlich gekappt würde. Genau diese Gefahr drohte amerikanischen Benutzern des zigarettenschachtelgroßen Geräts zum mobilen Versenden von E-Mails bis Ende voriger Woche: Ein vor Gericht ausgetragener Patentstreit zwischen der Blackberry-Firma Research In Motion (RIM) und einem Erfinder hätte beinahe eine Abschaltung des Netzes in den USA und ein Verkaufsverbot zur Folge gehabt. Kaum hatten sich die Parteien außergerichtlich geeinigt, stiegen die RIM-Aktien um 19 Prozent.

Blackberry

Selbst das Justizministerium hatte sich in den erbitterten Streit eingeschaltet: Wichtige Regierungsorganisationen könnten ohne Blackberry nicht mehr arbeiten, hieß es. Rund 400 Mitarbeiter des Weißen Hauses empfangen ihre Mails mobil, viele tausend Regierungsangestellte benutzen Blackberrys. Das US-Bildungsministerium will festgestellt haben, dass seine Mitarbeiter mit dem kleinen Ding produktiver sind. Das macht das Gerät ebenso interessant wie die Tatsache, dass nach den Anschlägen vom 11. September 2001 fast alle Kommunikationssysteme zusammenbrachen, die Blackberrys aber unbeeindruckt ihren Dienst taten.

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Viel Rauch um nichts – eine Typologie der Raucher

Verfasst von christophkoch am Dezember 6, 2005

Der Schnorrer

Seine Kleidung kauft er im »Designer Outlet«. Gesundheitsratschläge holt er sich von befreundeten Medizinern auf Partys. Immer wenn die Zigarettenpreise steigen, hat er »eigentlich gerade aufgehört«. »Eine letzte noch« ist ein beliebter Satz, wenn er zum zehnten Mal nach einer Zigarette fragt. Hört man von ihm nichts, ist es in der Regel September. Da ist er aus dem Urlaub zurück und raucht zollfreie Zigaretten – die erlaubten Stangen hat er am Flughafen auf die ganze Familie verteilt.

Er hört auf, wenn … alle anderen nur noch Drehtabak oder im Hindukusch hergestellte Lungenkratzer rauchen.

Der Softpackraucher

Egal, ob er gerade bei Habitat einkauft, etwas in seinem Wok kocht oder am Kicker steht, immer wieder erzählt er dieselbe Geschichte: Die Softpacks würde sein Kioskbesitzer um die Ecke bestellen, exklusiv für ihn. Umständlich knibbelt er eine filterlose Zigarette aus der zu engen Verpackung – das legere Herausklopfen hat nicht funktioniert, oder der Schachtelinhalt flog durch den ganzen Raum. Zu dumm, dass die Zigarette mal wieder in der Mitte reißt. Anstatt sie nun wegzuwerfen, versucht er mit Zeigefinger und Daumen beim Rauchen den Riss zu schließen. Das sieht überhaupt nicht mehr »designmäßig« aus.

Er hört auf, wenn … Kautabak sich als neuer Trend durchsetzt.
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Gnz krz: Die SMS feiert ihren zehnten Geburtstag. Eine Typologie der Benutzer

Verfasst von christophkoch am Dezember 6, 2004

DER FAULE

So wortgewandt er im verbalen Austausch ist, beim SMS-Schreiben benutzt der Faule die vorgefertigten Nachrichten, die im Handy gespeichert sind wie zum Beispiel »Die Antwort ist JA«, »Ich werde mich verspäten: um XX Minuten«, »Treffpunkt: XX Tag: XX, Zeit: XX, Ort: XX« oder »Ich liebe dich«. Letzteres setzt er so universell ein, dass es von »Alles klar« über »Erwarte dich am Wochenende« bis hin zu »Bring mir noch ein Bier mit« beinahe alles bedeuten kann. Um dem Faulen näher zu kommen, muss man als Erstes lernen, diese Codes zu entschlüsseln und zwischen den Zeilen zu lesen. Danach können sich mitunter ganz wundervolle Freundschaftsbande ergeben, da es sich bei den Faulen um durchaus feinsinnige Menschen handeln kann, die der Welt sehr wohl etwas mitzuteilen haben, denen gleichzeitig das SMS-Tippen aber einfach lästig ist. Weil sie sich im Grunde lieber wieder mit ihrer Schachaufgabe oder ihrer Rosenschere befassen wollen.

Die typische SMS: »Herzliche Glückwünsche zu: Geburtstag. Von: Max«.

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DER HEUCHLER

Wirft große Fragen auf wie: »Hast du deine Beziehung verarbeitet?«, oder: »Wie ist es dir in den letzten Monaten ergangen?«, und heuchelt auf diese Weise Anteilnahme, im genauen Wissen: Beantworten kann man solche Fragen in einer SMS nie. Deshalb muss entweder der andere die Gebühren für ein Telefonat übernehmen - um festzustellen, dass den Gesprächspartner das eigene Wohlbefinden auf einmal kaum noch interessiert. Oder er antwortet gar nicht, und der Heuchler hat sein eigentliches Kommunikationsziel erreicht: das eigene Gewissen zu entlasten, eine überflüssige Bekanntschaft galant zu beenden und den anderen dafür auch noch lauthals zu beschimpfen, wenn man sich das nächste Mal durch Zufall auf der Straße trifft.

Typische SMS: »Lieber Rolf, wie hast du deine komplizierte Operation überwunden? Was machen die Kinder? Und der Job? Alles Liebe, dein Martin«.


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