Christoph Koch

Wollt grad sagen.

Archiv für die Kategorie ‘SZ-Magazin’

Der perfekte Plan: Tromsö

Verfasst von christophkoch am 20. März 2009

Ganz weit da oben, im Norden von Norwegen, gibt es etwas ganz und gar Großartiges zu bestaunen. Wenn man Glück hat.

Die meisten Sehenswürdigkeiten und Naturwunder sind berechenbar: Sphinx, Matterhorn, Mach Pichu. Hinfahren, anschauen, Foto machen, fertig. Das Polarlicht ist launischer. Niemand weiß, wann es sich zeigt – und ob überhaupt. Trotzdem gibt es Orte, an denen die Chancen besser stehen als an anderen. Während man in Italien beispielsweise nur in einer von 365 Nächten die Möglichkeit hat, die farbigen Himmelsgebilde zu beobachten, gibt es einen um den Nordpol verlaufenden Ring, an dem sie in neun von zehn Nächten zu sehen sind.

Auf der Suche nach dem Bildschirmschoner der Natur: der Aurora Borealis

Auf der Suche nach dem Bildschirmschoner der Natur: der Aurora Borealis

Auf einer kleinen Insel, umgeben von Fjorden und schneebedeckten Bergen liegt Tromsö, die nördlichste Universitätsstadt Europas – genau auf diesem Ring, Wer die „Aurora Borealis“ (Magnetfelder der Sonne, die beim Kontakt mit der Erdatmosphäre bunte Schleier ans Firmament malen) sehen will, braucht trotzdem Geduld. „Sie ist eine launische Dame“, sagen Einheimische über die Aurora, während sie durch die Hauptstraße stapfen, die als vermutlich einzige der Welt eine Fußbodenheizung besitzt.
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Der perfekte Plan: Amsterdam Schiphol

Verfasst von christophkoch am 21. Juli 2008

Nur Fliegen? Ist eben nicht schöner. Es gibt Flughäfen, die so angenehm sind, dass man eigentlich nie mehr abheben möchte

Amsterdam-Schiphol ist zwar nicht der größte Flughafen Europas, aber wer in den Urlaub fliegt, darf froh sein, wenn es über Schiphol statt über Heathrow in die Ferne geht. Denn in Holland werden nicht nur weniger Koffer verschlampt – die Zeit, die man am Flughafen verbringen muss, kommt einem auch weniger wie eine Gefängnisstrafe vor.

Amsterdam Schiphol

Amsterdam Schiphol

Die Sitzplätze sind gemütlicher (Liegestühle!), die Internetverbindung besser (null Euro!) und das Freizeitangebot beschränkt sich nicht auf ein schlecht gefälschtes Irish Pub, sondern bietet neben einem Kunstmuseum und einem Casino sogar Trauungen auf der Rollbahn an.

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Der Smoothies-Vergleich: Können diese Früchte Sünde sein?

Verfasst von christophkoch am 3. Oktober 2007

Plötzlich trinken alle Smoothies – Flüssigobst in Minigläschen, die allesamt recht austauschbar wirken. Doch die Unterschiede zwischen Furchtpampe und Fruchtpampe sind riesig. Was schmeckt wie – und wer trinkt was? Die große Smoothologie.

Smoothies1
INNOCENT
Cranberry & Himbeere / Erdbeere & Banane / Mango & Maracuja.
Ca. 1,80 EUR, Innocent.

Slogan: Obst zum Trinken.
Kernzielgruppe: Mädchen aus dem Deutschleistungskurs, denen »der Klimawandel echt Angst macht«.
Passt gut zu: den Milchschaumgetränken von Starbucks, der ausschließlich Innocent-Smoothies im Sortiment hat.
Ideale Werbefigur: Daniel Brühl.
Beigeschmack: augenzwinkerndes Heiligenscheinobst.

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Der perfekte Plan: Münster

Verfasst von christophkoch am 5. August 2007

Ein Blick auf die westfälische Studentenstadt voller Fahrräder – anlässlich der Großausstellung „Skulptur Projekte 07″.

»In Münster regnet es, oder es läuten die Glocken«, so lautet das Urteil des Volksmundes über die Stadt, das zwar dem Katholizismus und dem Wetter gerecht werden mag – nicht jedoch den 50 000 Studenten, die auf ihren Rädern das Stadtbild deutlich stärker prägen.

Titus Dittmann hat inzwischen einen Laden im ehemaligen Apollo-Kino

Brachte Skateboarding nach Deutschland: Titus Dittmann hat inzwischen einen Laden im ehemaligen Apollo-Kino

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Malcolm McLaren über das graue Sweatshirt

Verfasst von christophkoch am 24. März 2007

Ich mag graue Sweatshirts sehr gern, in meinem Kleiderschrank liegen immerhin vier Stück. Mir gefällt ihre Einfachheit – jeder kann sie tragen. Die meisten Menschen sehnen sich heute nach einer gewissen Anonymität, aber auch nach Dingen, die leicht zu verstehen sind. Wir alle haben in den letzten Jahren eine Überdosis bekommen – eine Überdosis Mode. Es gab niemals so viele Werbeanzeigen, niemals so viele Fernsehprogramme über Mode. Trotzdem gelingt es nur noch schwer, die Aufmerksamkeit der Leute zu erreichen. Mode spielt eine immer geringere Rolle in unserem Leben. Sie ist nicht mehr auf der Titelseite. Sie treibt unsere Kultur nicht in dem Maße an, wie sie es einmal wollte.

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Das perfekte Wochenende: Vierwaldstädter See

Verfasst von christophkoch am 6. Juli 2006

Wellness, Käseräder und brasilianische WM-Vorbereitung

Früher wohnte ich mit Till in einer WG, vier Jahre ist das her, inzwischen sehen wir uns nicht mehr so oft. Als er mir am Telefon erzählt, dass er vielleicht ein Jobangebot in Brasilien annehmen will, höre ich an seiner Stimme, wie er hadert. Warum das nicht in Ruhe, von Angesicht zu Angesicht besprechen? Das PARK HOTEL WEGGIS am Vierwaldstättersee erweist sich als idealer Platz: Die brasilianische Fußballmannschaft stieg in den zwei Vorbereitungswochen vor der WM hier ab und der Ort ist immer noch brasilianisch beflaggt.

weggis

Die Palmen am Seeufer halten wir zuerst ebenfalls für Begrüßungsdeko, wollen sie doch gar nicht zu den schneebedeckten Bergen im Hintergrund passen. Doch eine freundliche Einheimische klärt uns auf: Da die Rigi, ein Felsmassiv oberhalb von Weggis, die Sonnenwärme reflektiert, entsteht ein Mikroklima, das die Palmen sogar im Winter überleben lässt. Wir fahren mit dem Dampfschiff über den See nach Luzern, vorbei an der RÜTLIWIESE, auf der 1291 die Schweiz gegründet wurde. Da das Wetter zu gut für einen Besuch im Picasso- oder Wagner-Museum ist, setzen wir uns am Rathausquai vor den Schwibbögen der RATHAUS BRAUEREI in die Sonne – 1:0 für den brasilianischen Lebensstil. Beim Traditionsgeschäft BUCHERER sehen wir uns anschließend die neuesten Schweizer Uhren an. Dass Till sich keine kauft, werte ich insgeheim als Hinweis auf eine innere Abkehr von der deutschen Pünktlichkeit.

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Das perfekte Wochenende: Hinterzarten

Verfasst von christophkoch am 6. März 2006

Wandern unter der Skisprungschanze, Schnäpse bei den Zwergen und die Rettung durch die Nordic Walker

Der Zug rattert tiefer und tiefer in den Schwarzwald, bis nach Hinterzarten. Ich will mal wieder ein Wochenende ganz allein verbringen und miete mich im schönen Parkhotel ADLER ein, das seit 1446 in Familienbesitz ist und im Sommer das Quartier der holländischen WM-Mannschaft sein wird. Der Blick aus meinem Zimmer landet auf der berühmten Adler-Skisprungschanze, die früher dem Hotel gehörte. Da es noch nicht ganz dunkel ist, kämpfe ich mich mit dampfendem Atem den Anstieg hinauf, so dass mein steigungsunerfahrenes Herz laut pocht. Danach habe ich genug Hunger für ein Abendessen im ALEMANNENHOF, wo es für Alleinreisende gute badische Weine auch in 0,375-Liter-Flaschen gibt.


Die Adlerschanze im Sommer

Am Samstag durchwandere ich in Breitnau die RAVENNA-SCHLUCHT. Die Wasserfälle und Wildwasser, die am Ende der Schlucht warten, sind an manchen Stellen so schön zugefroren, dass ich überlege, in großem Stil ins Winterpostkarten-Geschäft einzusteigen. Auf dem Rückweg kehre ich in den GASTHOF von LYDIA KETTERER ein, obwohl er von Gartenzwergen bewacht wird. Die Wirtin tischt nicht nur eine ausgezeichnete Brotzeit auf, sondern sorgt mit vergnüglichen Geschichten, hemmungsloser Neugier und dem ein oder anderen Schnaps dafür, dass mir auch als Einzelgast nicht langweilig wird.

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