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	<title>Christoph Koch</title>
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	<description>Wollt grad sagen.</description>
	<pubDate>Sat, 05 Jul 2008 08:25:57 +0000</pubDate>
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		<title>Kumpel oder Kollege? Die Schwierigkeiten der Bürofreundschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jul 2008 06:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Wollt grad sagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der BÜROFREUND verschönert jeden Arbeitsalltag: Er lästert beim Feierabendbier über Vorgesetzte, spielt Streiche mit der Telefonanlage und macht sogar das Kantinenessen erträglich. Aber Vorsicht: Jede Bürofreundschaft birgt Gefahren.

Es ist wieder spät geworden. Als die letzte Mail verschickt ist, sind in den meisten anderen Büros schon die Lichter gelöscht, die Kollegen nach Hause gegangen. Um jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Der BÜROFREUND verschönert jeden Arbeitsalltag: Er lästert beim Feierabendbier über Vorgesetzte, spielt Streiche mit der Telefonanlage und macht sogar das Kantinenessen erträglich. Aber Vorsicht: Jede Bürofreundschaft birgt Gefahren.<br />
</strong><br />
Es ist wieder spät geworden. Als die letzte Mail verschickt ist, sind in den meisten anderen Büros schon die Lichter gelöscht, die Kollegen nach Hause gegangen. Um jetzt noch was zu unternehmen, jemanden anzurufen, ob er heute Abend schon etwas vorhat, ist es eigentlich zu spät. Aber nach Hause gehen ist auch langweilig. Sonst hätte man ja das Gefühl, nur noch für den Job zu leben. Gut dass Fabian auch gerade seinen Rechner runterfährt, wie die Abmeldemelodie seines Computers zwei Türen weiter verrät. »Trinken wir noch ein Bier?« Klar trinken wir noch ein Bier. Mann, war das wieder ein Tag &#8230;</p>
<p>Fast jeder - wenn er nicht wie der Autor dieses Textes seine Arbeit unrasiert in einem Unterhemd am heimischen Schreibtisch verrichtet - hat einen Fabian in seinem Leben. Einen Bürokumpel. Einen Office- Buddy oder eine Lieblingskollegin. Der Office-Buddy ist nicht nur derjenige, mit dem man einen angebrochenen Abend in einer Bar zu Ende bringt, die nicht richtig gut ist, aber eben eine Straße neben dem Büro liegt. Er ist auch derjenige, der mittags seinen Kopf durch die Tür streckt und fragt »Kantine?«, und neben den man sich in Meetings oder Konferenzen setzt, um sich in besonders langweiligen Phasen Zettel zu schreiben, auf denen Dinge stehen wie »Geil, wie der Kopf von Steininger im mer nach unten sackt« oder »Wer sagt dem Chef, dass Thomas Gottschalk angerufen hat und seine Klamotten zurück will?«. Während man von vielen anderen Kollegen nicht einmal weiß, in welchem Stadtteil sie wohnen, war man beim Bürokumpel schon ein paarmal zu Besuch und weiß, welche Bilder dort an der Wand hängen, dass er in seiner Freizeit in einer erfolglosen Deutschpunkband namens »Die Böschung« Bass spielt und eine Allergie gegen Erdnüsse hat.</p>
<p><span id="more-231"></span></p>
<p>Je nachdem, wie unser Privatleben aussieht und wo eventuell Defizite bestehen, wird der Bürokumpel oder die Lieblingskollegin schnell zum Ersatz für Familie, Freundeskreis oder sogar den Partner. Das ist kein Wunder, schließlich verbringen wir in der Regel mehr Zeit im Büro als mit unserer Verwandtschaft, dem Lebenspartner oder den alten, »echten« Freunden. Die Zeit, neue Freunde außerhalb des Jobs zu finden, wird plötzlich sowieso knapp, wenn man die Welt der Mensen und Unipartys einmal verlassen hat und alle »morgen früh raus müssen «. Warum also nicht das Unvermeidbare mit dem Angenehmen verbinden und sich den neu en besten Freund oder die neue beste Freundin dort suchen, wo man tagtäglich nebeneinander am Kopierer oder an der Kaffeemaschine steht?</p>
<p>Einen Bürokumpel zu haben, spornt außerdem bei der Arbeit an und lässt neue Ideen entstehen, die gemeinsam enthusiastischer verfolgt und umgesetzt werden. Das weiß Tom Rath, Autor des Bestsellers »Vital Friends: The People You Can&#8217;t Afford To Live Without« und Leiter der Abteilung Arbeitsplatzforschung des Umfrageinstituts Gallup. Er und sein Team haben herausgefunden, dass Menschen, die einen guten Freund an ihrem Arbeitsplatz haben, siebenmal häufiger »emotional involviert« sind in ihren Job und ihrer Arbeit in der Regel positiver und produktiver gegenüberstehen. Das liegt unter anderem daran, dass zwischen befreundeten Kollegen ganz automatisch funktioniert, was Firmenchefs, Consultants und Motivationstrainer oft vergeblich zu verbessern suchen: die Kommunikation. »Wenn man im Job mit einem guten Freund spricht, dauert es oft nur Sekunden, eine Botschaft rüberzubringen, die man einem Fremden in ein paar Stunden nicht erklären kann«, sagt Rath. »Manche Bürobuddys, denen ich zugehört habe, sprachen in einer Art eigenem Code, den Außen stehende nicht begreifen konnten.« Doch selbst wenn man Produktivitätssteigerung für etwas hält, mit dem sich ausschließlich Unternehmensberater und Geschäftsführer ihre Tage versauen sollen, hat es seine Vorzüge, einen Bürokumpel zu haben. Ob es angenehmere Mittagspausen sind oder Streiche mit der Telefonanlage, Lästern in der Kaffeeküche oder ein Sieg im nachmittäglichen Bürostuhl- Wettrudern - eine Bürofreundschaft lässt uns morgens besser gelaunt zur Arbeit fahren. Sie gibt dem Alltag eine gewisse Leichtigkeit - auf eine ähnliche Weise, wie es ein Büroflirt tut, der das Sonntagabendgrauen mindert und den Montag doch keinen so tristen Tag sein lässt.</p>
<p>Trotzdem sollte man beides nicht ver mischen und sich seinen Office-Buddy lieber in den Reihen des eigenen Geschlechts suchen. Wer seit Monaten in die attraktive Kollegin verknallt ist und glaubt, über den Weg einer Bürofreundschaft irgendwann in deren Schlafzimmer zu landen, handelt sich fast immer eine Enttäuschung ein. Oder ein richterliches Verbot, sich der Kollegin auf weniger als 500 Meter zu nähern - was nur in Firmen mit wirklich großen Gebäuden einigermaßen praktikabel ist. Das Gleiche gilt natürlich umgekehrt: Jemanden zu seinem Bürofreund zu machen, der einen in unbeobachteten Augenblicken träumerisch anschmachtet und jeden zweiten Satz mit »Seit ich wieder Single bin &#8230;« anfängt, bringt außer Stress, gebrochenen Herzen und ungemütlichem Schweigen auf lange Sicht auch eher wenig.</p>
<p>Aber gehen wir von einem Office-Buddy aus, der nicht in uns verliebt ist, nicht von der chinesischen Konkurrenz geschickt wurde, um unser Unternehmen auszuspionieren, und mit dem es sich auch sonst ganz gut aushalten lässt. Was spricht also dagegen, so oft wie möglich Zeit miteinander zu verbringen, sich einander auch in privaten Dingen das Herz aus zuschütten und sogar zusammen einen zweiwöchigen Urlaub in Guatemala zu verbringen?</p>
<p>Da ist zum einen das Problem der eingeschränkten Auswahl. Wer das Glück hat, in einer zumindest mittelgroßen Stadt zu arbeiten und keine vollkommen abseitigen Interessen hat, kann seine Freunde in der Regel aus mehreren tausend etwa gleichaltrigen Menschen aussuchen. In den meisten Jobs beschränkt sich die Zahl der Kollegen, mit denen man in derselben Abteilung sitzt oder sonstwie regelmäßig zusammenarbeitet, auf rund zwanzig oder dreißig. Da ist der Gedanke, dass der Bürokumpel nicht unbedingt der Mensch ist, der am allerbesten zu einem passt, sondern eher das kleinste Übel darstellt, nicht ganz abwegig.</p>
<p>Und selbst wenn man das Glück hat, mit so Hammertypen im selben Büro zu arbeiten, wie man sie auch im tollsten Club der Stadt und auf der angenehmsten Party nicht netter treffen könnte, so wird die Freundschaft zu dem oder den Kollegen doch immer von einer Sache überschattet bleiben: dem gemeinsamen Job. So gemütlich das gemeinsame Feierabendbier sein mag, in den meisten Fällen ist es nicht viel mehr als ein verlängertes Arbeiten in zwangloserem Umfeld. Stundenlang wird da noch über das aktuelle Projekt debattiert, an dem man gerade gemeinsam arbeitet, werden Ideen entwickelt und weitergesponnen, Strategien entwickelt und auf Bierdeckel gekritzelt - alles natürlich freiwillig, »ganz entspannt« und natürlich unbezahlt. Vor allem Werbeagenturen bauen häufig mit gemeinsamen Frühstücken und anderen Kumpeleien darauf, die Bande zwischen ihren Angestellten eng zu knüpfen. Dann ist es nicht schlechte Planung, wenn man am Sonntag noch arbeiten muss, sondern ein »Freundschafts dienst« an Bürokumpels, die man nicht hängen lassen will.</p>
<p>Anders sieht die Lage aus, wenn sich die Bürokumpel in einem Job befinden, der beiden so richtig auf die Nerven geht. Dann werden natürlich keine Ideen geschmiedet, sondern Rachepläne.</p>
<p>Dann wird nur darüber diskutiert, wie armselig sich »der Wintrup« mal wie der verhalten hat und wie bekloppt der Vorschlag von »dem Stelzer« in der letzten Sitzung war. Klar, auch Mitschimpfer können wichtig sein. Ein Bürobuddy, auf den man sich im Ellenbogendschungel verlassen kann und mit dem man von oben verordneten Quatsch lachend ertragen kann, statt darüber ein Magengeschwür zu entwickeln, ist in schlechten Zeiten nicht das Dümmste, was einem widerfahren kann. Aber sollte man sich nicht eher überlegen, den Job zu wechseln, der einen so unglücklich macht, anstatt froh darüber zu sein, einen Leidensgenossen gefunden zu haben? Sich gemeinsam jeden zweiten Abend den Frust über den ignoranten Chef, die schlechte Bezahlung oder das sibirische Betriebsklima mit hochprozentigem Alkohol wegzupusten, verschafft zwar kurzfristig gute Laune. An der Situation ändert sich dadurch aber höchstens das Körpergewicht der Beteiligten. Und mit Freundschaft hat solch ein Bund der Unzufriedenen auch nur wenig zu tun.</p>
<p>Nicht weniger problematisch ist es, wenn die Bürofreundschaft zwischen den verschiedenen Hierarchiestufen gepflegt wird. Entgegen anderslautenden Gerüchten sind Chefs auch nur Menschen, und Menschen mögen es nicht, wenn sich etwas ändert. Dem Chef gefällt es also, wenn auch nach Feierabend alle über seine Witze lachen und selbst bei der langweiligsten Anekdote alle andächtig lauschen. Volksnähe fühlt sich immer gut an, und selbst David Brent, Horrorboss der Bürosatire »The Office« sieht sich selbst bekanntlich als »a friend first and a boss second &#8230; probably an entertainer third.« Umgekehrt gehen gerade Berufsanfänger, die neu in der Arbeitswelt sind, oft in der Bürokumpelei auf, und schreiben in Mails an ihre alten Unifreunde euphorisch, wie geil es ist, jeden Abend mit dem Chef zu saufen - ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass sich Wertschätzung für die Arbeit, die man macht, durchaus auch anders äußern kann.</p>
<p>Grundsätzlich gilt: Während es eine »echte« Freundschaft auszeichnet, dass man in ihr auch mal Schwäche zeigen und zugeben darf, wenn es mal so richtig schlecht läuft, ist das bei einer Bürofreundschaft problematischer. Mit einem Kollegen lässt es sich deutlich leichter zusammenarbeiten, wenn man über ihn nicht weiß, dass seine Freundin ihn zweimal pro Woche wissentlich betrügt, er aber dennoch nicht von ihr loskommt. Und es fällt schwer, die Kollegin ernst zu nehmen, die sich in privaten Gesprächen zu ihrem suchtartigen Konsum von Teletubbies-DVDs bekennt. Doch die Frage ist nicht nur, ob Offenheit in der Bürofreundschaft wünschenswert er scheint, sondern oft auch, ob sie überhaupt möglich ist. Denn viele Themen, bei denen man den Rat guter Freunde dringend gebrauchen kann, kommen im Gespräch mit dem Bürokumpel nicht so richtig gut an. Soll ich mich nach einem neuen Job umsehen / nach einer Gehaltserhöhung fragen / mich auf die Stelle des Abteilungsleiters bewerben? Soll ich schwanger werden / in Therapie gehen / weniger Sex auf Bahnhofstoiletten haben?</p>
<p>Wie gut eine Bürofreundschaft wirklich hält, zeigt sich in der Regel sowieso erst, wenn man den Job wechselt. Manche Bindungen, die man Schreibtisch an Schreibtisch für felsenfest gehalten hätte, schlafen ein, bevor die Probezeit im neuen Job vorbei ist. Andere werden zu einem soliden Ab-und-zu-telefonieren-Verhältnis, in dem man einander um Rat fragen kann, weil der andere die Branche kennt und manche Dinge vielleicht dennoch aus einem anderen interessanten Blickwinkel zu sehen vermag.</p>
<p>Und wieder andere entwickeln sich weiter und werden am Ende zu richtigen Freundschaften. In denen es nicht mehr um Flurfunk und die nächste Weihnachtsfeier geht. Sondern um die wirklich wichtigen Dinge.</p>
<p>Text: Christoph Koch<br />
Erschienen in: NEON</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die besten Suchanfragen im Juni</title>
		<link>http://christophkoch.wordpress.com/2008/07/03/die-besten-suchanfragen-im-juni/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 06:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Wollt grad sagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer selbst ein Blog hat, kennt das wahrscheinlich: Man schaut in die Statistik und fragt sich, wie und woher die diversen Besucher eigentlich auf die eigene Seite kommen. Manchmal erfährt man es: über Links, andere Blogs - oder aber Suchmaschinen. Praktischerweise werden die Begriffe, nach denen die Leute gesucht haben, auch gleich mit angegeben.
Diesen Monat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="line-height:1.5em;margin:0 0 15px;padding:0;">Wer selbst ein Blog hat, kennt das wahrscheinlich: Man schaut in die Statistik und fragt sich, wie und woher die diversen Besucher eigentlich auf die eigene Seite kommen. Manchmal erfährt man es: über Links, andere Blogs - oder aber Suchmaschinen. Praktischerweise werden die Begriffe, nach denen die Leute gesucht haben, auch gleich mit angegeben.</p>
<p style="line-height:1.5em;margin:0 0 15px;padding:0;">Diesen Monat reichten die Anfragen von selbstbewusst (&#8221;wenigstens weiß ich wer ich bin&#8221;) und tragisch (&#8221;Mein Mietnomade hat mich verklagt&#8221;) über eigenwillig (&#8221;Turnschuhmodell Hitler&#8221;) bis zu pragmatisch (&#8221;aus Bundeswehr zürcktreten&#8221; und &#8220;Wie bekomme ich am schnellsten eine Affäre&#8221;?).</p>
<p style="line-height:1.5em;margin:0 0 15px;padding:0;"><strong>Die besten Suchanfragen im Juni<br />
</strong></p>
<ul>
<li>wie lache ich mir ein one night stand an</li>
<li>sie sind ja emotional</li>
<li>suchen ideen um nachbarn zu ärgern</li>
<li>jemanden fürs bett finden frauen leicht</li>
<li>neons männlich und weiblich</li>
<li>welches getränk hat am meisten alkohol?</li>
<li>wenigstens weiss ich wer ich bin</li>
</ul>
<p><span id="more-207"></span></p>
<ul>
<li>vortrag ruhig sein</li>
<li>wie bekommt man am schnellsten eine affäre?</li>
<li>wenn-du rhetorik</li>
<li>Wieso sieht man morgens so beschissen aus?</li>
<li>turnschuhmodell hitler</li>
<li>wo ist überall time warner?</li>
<li>mein mietnomade hat mich verklagt</li>
<li>wie sprudelt kaltes mineralwasser?</li>
<li>pub crawl one night stand anrufen</li>
<li>test bin ich dumm oder nur ein teller?</li>
<li>mit welchen Früchten ist Ananas vergleichbar?</li>
<li>aus bundeswehr zurücktreten</li>
<li>ungluecklich verliebt und weltreise</li>
<li>ganz schlimm kater von sekt</li>
<li>kettcar ja ja hambur</li>
</ul>
<p>Und die vielleicht schönste Zusammenfassung des vieldiskutierten Charlotte-Roche-Buchs &#8220;Feuchtgebiete&#8221;:</p>
<ul>
<li>ich darf als frau pupsen buch</li>
</ul>
<p><strong>Lesen Sie auch:</strong></p>
<p><a href="http://christophkoch.wordpress.com/2008/06/01/die-besten-suchanfragen-im-mai/" target="_self">Die besten Suchbegriffe im Mai</a></p>
<p><a href="http://christophkoch.wordpress.com/2008/05/02/die-besten-suchbegriffe-im-april/" target="_self">Die besten Suchbegriffe im April</a></p>
<p><a href="http://christophkoch.wordpress.com/2008/04/02/die-besten-suchbegriffe-im-marz/" target="_self">Die besten Suchbegriffe im März</a></p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/christophkoch.wordpress.com/207/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/christophkoch.wordpress.com/207/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/christophkoch.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/christophkoch.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/christophkoch.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/christophkoch.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/christophkoch.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/christophkoch.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/christophkoch.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/christophkoch.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/christophkoch.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/christophkoch.wordpress.com/207/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=christophkoch.wordpress.com&blog=1147192&post=207&subd=christophkoch&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Pop Fiction - Hollywood schlägt zurück</title>
		<link>http://christophkoch.wordpress.com/2008/06/25/pop-fiction-hollywood-schlagt-zuruck/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 06:57:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Neon]]></category>

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		<description><![CDATA[Die derzeit klügste MEDIENKRITIK kommt ausgerechnet von Ashton Kutcher - und dem US-Entertainmentsender E! Fernsehen

Früher hat er in seiner MTV-Sendung »Punk&#8217;d« Prominente mit versteckter Kamera auf die Schippe genommen - jetzt dreht US-Schauspieler Ashton Kutcher den Spieß um: Zusammen mit eingeweihten Celebrities macht er die Medien lächerlich.

In der ersten Folge seiner neuen Sendung »Pop Fiction«, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Die derzeit klügste MEDIENKRITIK kommt ausgerechnet von Ashton Kutcher - und dem US-Entertainmentsender E! Fernsehen<br />
</strong><br />
Früher hat er in seiner MTV-Sendung »Punk&#8217;d« Prominente mit versteckter Kamera auf die Schippe genommen - jetzt dreht US-Schauspieler Ashton Kutcher den Spieß um: Zusammen mit eingeweihten Celebrities macht er die Medien lächerlich.</p>
<p><a href="http://christophkoch.files.wordpress.com/2008/06/paris-guru.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-229" src="http://christophkoch.files.wordpress.com/2008/06/paris-guru.jpg?w=328&h=266" alt="" width="328" height="266" /></a></p>
<p>In der ersten Folge seiner neuen Sendung »Pop Fiction«, die seit März vom amerikanischen Sender E! ausgestrahlt wird, stellt er beispielsweise Paris Hilton einen Schauspieler an die Seite, der als indischer Schamane verkleidet ist. Einen Tag lang fahren die beiden durch L.A., stets begleitet von einem Tross Paparazzi - und kurz darauf machen sich nicht nur Promiblogs und US-Zeitungen, sondern auch der Kölner »Express« oder der »Berliner Kurier« über die ach so dumme Hotelerbin lustig - ohne zu merken, dass sie selbst es sind, die zum Narren gehalten werden.</p>
<p><span id="more-228"></span></p>
<p>Andere Episoden zeigen Sängerin Avril Lavigne mit einem angeblichen Babybauch oder Schauspieler David Spade, wie er angeblich eine Beinahebraut auf deren Junggesellinnenabschied abschleppt. In Deutschland kann man sich die brillante und wie Medienkritiker <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> schreibt »überfällige« Show auf der <a href="http://www.eonline.com">Webseite</a> des Senders ansehen.</p>
<p>Die Sendung, die die Planung des Streichs, seine Durchführung und das anschließende Presseecho dokumentiert, zeigt nicht nur, wie leichtgläubig die Medien sind und wie schnell und vorbehaltlos sie voneinander abschreiben, sondern führt auch vor, wie straff organisiert und gnadenlos die Paparazzi sind. Die Prominenten werden dabei jedoch angenehmerweise nie weinerlich - in der Regel sind es die eingeweihten Statisten, die es nicht fassen können, wie präsent die Boulevardpresse in deren Privatsphäre ist. »So geht das also die ganze Zeit, sobald du das Haus verlässt?«, fragt der Schamanendarsteller Paris Hilton, als er mit ihr alleine im Auto sitzt, umringt von über einem Dutzend Kameras und Scheinwerfern.</p>
<p>Wie egal es vielen Medien ist, dass ein guter Teil ihrer Geschichten völlig beliebig anhand hastig eingekauften Fotomaterials ausgedacht wird, zeigt die Tatsache, dass von <a href="http://www.vanityfair.de/articles/leute/paris-hilton/2008/03/02/07485/" target="_blank">vanityfair.de</a> bis <a href="http://www.viva.tv/Stars/NewsDetail/id/1535538" target="_blank">viva.tv</a> viele Klatschseiten sich nicht einmal die Mühe machen, Artikel zu korrigieren, die als Enten entlarvt wurden. Da Kutchers Produktionsfirma Katalyst die Inszenierungen immer erst mit der Ausstrahlung der Episode aufklärt, gibt es also noch diverse spektakuläre Promigeschichten, die sich als »Pop Fiction« entpuppen werden.</p>
<p>Gerüchten zufolge könnte die vor einigen Wochen aufgeregt gemeldete Story, Britney Spears habe einen halbnackten Fremden an einer Tankstelle aufgegabelt, das große Saisonfinale der ersten Staffel sein. Das Interesse seitens der Celebrities mitzumachen, sei »ziemlich stark« gewesen, sagte Kutchers Freund und Katalyst- Mitgründer Jason Goldberg der Zeitung »USA Today«: »Wir haben Spaß dabei, aber wir wollen die Menschen auch fragen: Könnt ihr wirklich alles glauben, was man euch so erzählt?« Neben diversen Boulevardjournalisten, die sich darüber beschweren, wie Kutcher sie vorführt, hat der 30-Jährige nun aber auch noch einen anderen Feind: Howard K. Stern, der Anwalt und Lebenspartner der verstorbenen Anna Nicole Smith - selbst oft genug Zielobjekt der Paparazzi-Objektive - behauptet, er und Smith hätten das Sendungskonzept bereits 2004 dem Sender E! angeboten. Das Dokument ist im Internet einzusehen und wirkt wirklich wie eine 1:1-Vorlage für »Pop Fiction«. Oder ist selbst diese Geschichte schon wieder eine von Kutcher selbst inszenierte Fälschung?</p>
<p><em>Text: Christoph Koch<br />
Erschienen in: NEON</em></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Lust am Risiko: Warum wir uns auch im Erwachsenenalter nicht zu schade sein sollten, zu spielen</title>
		<link>http://christophkoch.wordpress.com/2008/06/17/die-lust-am-risiko-warum-wir-uns-auch-im-erwachsenenalter-nicht-zu-schade-sein-sollten-zu-spielen/</link>
		<comments>http://christophkoch.wordpress.com/2008/06/17/die-lust-am-risiko-warum-wir-uns-auch-im-erwachsenenalter-nicht-zu-schade-sein-sollten-zu-spielen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 09:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Mazda Motion]]></category>

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		<description><![CDATA[„Kommst du raus zum spielen?“ Jeder erinnert sich an diesen Ruf, der in unserer Kindheit durchs Fenster hereindrang und uns im Handumdrehen von den Hausaufgaben wegholte – nach draußen in die aufregendere Welt des Spiels. Egal, ob es hart umkämpfte Fußballpartien waren, „Räuber und Gendarm“ oder das Errichten möglichst großer Sandburgen – der Nachmittag verging [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>„Kommst du raus zum spielen?“ Jeder erinnert sich an diesen Ruf, der in unserer Kindheit durchs Fenster hereindrang und uns im Handumdrehen von den Hausaufgaben wegholte – nach draußen in die aufregendere Welt des Spiels. Egal, ob es hart umkämpfte Fußballpartien waren, „Räuber und Gendarm“ oder das Errichten möglichst großer Sandburgen – der Nachmittag verging im Flug und als der Abend hereinbrach, waren wir außer Atem und glücklich. Dabei hatten wir doch „nur gespielt“.</p>
<p><a href="http://christophkoch.files.wordpress.com/2008/06/cimg0025_21.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-237" src="http://christophkoch.files.wordpress.com/2008/06/cimg0025_21.jpg?w=300&h=225" alt="Krieg spielen verboten" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Wann genau auf dem langen Weg zum Erwachsenwerden ging uns eigentlich die Leichtigkeit des Spiels verloren? Warum erlauben wir uns nur noch so selten, uns die Zeit mit Spielen zu vertreiben? Liegt es daran, dass Spielen schon per Definition keinen Nutzwert, keine praktische Zielsetzung haben darf, weil es sonst eben ganz schnell kein Spaß mehr ist, sondern Training oder Übung? Fest steht, dass die meisten Menschen – eingeklemmt in einen straffen Terminplan mit Jobs, Arztbesuchen, Erledigungen und anderen „ernsthaften“ Aufgaben – seltener Zeit für denn herrlich zweckfreien Müßiggang des Spiels haben, als sie sich wünschen. Und seltener als gut für ihr Wohlbefinden wäre.<br />
<span id="more-233"></span></p>
<p>Denn zu spielen ermöglicht es uns, in der unmittelbaren Gegenwart zu leben und diese auszukosten – anstatt uns wehmütig an die Vergangenheit zu erinnern oder uns über die Zukunft zu sorgen. Durch dieses Leben im hier und jetzt und die Konzentration auf den Moment, entstehen – ähnlich wie auf Urlaubsreisen und beim Sex – die größten Glücksgefühle. Oder wie Friedrich Schiller es formulierte: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“</p>
<p>Der vage Begriff „Spieltrieb“ gibt uns nur eine Ahnung davon, was genau uns mehr Lust und Freude empfinden lässt, wenn wir spielen, als wenn wir beispielsweise den Abwasch machen oder unsere Steuererklärung fertigstellen. Psychologen haben eine Reihe von Antriebskräften festgestellt, die uns zum Spielen verleiten: Da ist zum einen der Bewegungsdrang, den vor allem Menschen mit Bürojobs viel zu selten ausleben können. Angefangen vom einfachsten aller Flugsimulatoren (Papa nahm uns an einem Kinderarm und einem -bein und ließ uns im Kreis um sich herumsausen) bis zum rettenden Hecht hinter eine schützende Mauer bei Gotcha-Spielen: Bewegung und die dabei ausgeschütteten Adrenalin und Endorphin-Mengen, die durch unseren Körper rauschen, machen das Spielen so aufregend. Ein Rennen auf der Go-Cart-Bahn, eine rotwangige Schneeballschlacht, ein gewonnenes Duell unter dem Basketballkorb gefolgt von einem krachenden Slamdunk – das sind die Glücksmomente, in denen unser Puls steigt, der Atem fliegt und wir uns hinterher fragen, warum wir so etwas eigentlich nicht viel öfter machen. Der Biopsychologe Peter Walschburger von der FU Berlin erklärt: „Was in solchen Situationen, in denen wir ganz versunken sind, mit uns passiert, nennen die Experten ,Flow-Erlebnisse’ – wenn sie zum Beispiel auf einem Surfbrett an einem guten Tag mit kräftigen Wind über das Wasser gleiten und so begeistert sind, dass sie plötzlich jemanden laut juchzen hören – und dann erst merken, dass sie das selbst sind.“</p>
<p>Doch Bewegung könnten wir uns schließlich auch beim Spazierengehen oder auf dem Laufband eines Fitnessstudios holen. Spielen ist also mehr: Es schenkt uns das Gefühl von Freiheit, weil es entweder gar nichts mit unseren täglichen Pflichten zu tun hat (Kartenspiele, Flippern, Tischtennis) oder unseren Alltag auf unernste, eben spielerische Weise nachahmt (Geld verdienen bei Monopoly oder zahlreichen Wirtschaftssimulationen am Computer). Es weckt unsere Neugierde, lässt uns überschwänglich jubeln oder fluchen wie ein Bierkutscher – je nachdem wie das mit Spannung erwartete Ergebnis ausfällt. Denn auch in eben dieser Ungewissheit, wie das Spiel ausgehen wird, liegt einer seiner großen Reize. Das wusste schon der Psychologe Karl Groos, der in seinem Werk „Die Spiele des Menschen“ 1899 schrieb: „Ein Hauptvergnügen liegt in der Spannung der Erwartung und dem plötzlichen Hervorbrechen der Entscheidung.“ Und natürlich versteht es sich beinahe von selbst, dass wir stets entweder verdient und absolut zu Recht gewinnen – oder falls wir verlieren sollten, nur ein dummer Zufall, unfähige Mitspieler oder schummelnde Gegner daran Schuld sein können.</p>
<p><strong>Urlaub vom Alltag, Urlaub vom Ich</strong></p>
<p>Am schönsten und erfrischendsten sind Spiele meist dann, wenn sie uns erlauben, in eine Rolle zu schlüpfen, die mit unserem gewöhnlichen Leben nichts zu tun hat. Wenn sie uns eine fiktive Scheinwelt aufbauen lassen, in der wir sein können, was immer wir in diesem Moment gerne wollen. Egal ob als Feldherr im Brettspielklassiker „Risiko“ oder als kämpfende Nachtelfe im Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ – das Eintauchen in das Spiel, das Verschmelzen mit der Plastikspielfigur oder dem Computercharakter geben dem Spielen eine wichtige neue Dimension. Nicht unser kleines grünes Steinchen startet einen Eroberungsfeldzug – WIR greifen unseren Mitspieler an. Nicht die drei Symbolkarten, die auf dem Tisch liegen bilden aufgrund des Regelwerks eine wichtige Handelsverbindung – WIR haben diesen Seeweg erkundet. Und zwar noch vor unseren Konkurrenten. Ätsch.</p>
<p>Spielenkönnen – und hier liegt ein Problem für viele Erwachsene, die sich albern fühlen, wenn sie mir roten Ohren einen Würfel schmeißen – bedeutet, sich einlassen zu können. Sich einlassen auf eine unwirkliche Welt. In dieser Welt können schmächtige Zeitgenossen mit ein paar Bewegungen am Controller ihrer Playstation zum breitschultrigen Football-Quarterback werden. Üppig behaarte Schwergewichte können auf einen Rollenspiel-Server als sommersprossiges Zwergenmädchen mit pinken Zöpfen durch die Wälder laufen und Drachen verhauen, wenn ihnen danach ist. Und Mädchen, die gerne damit kokettieren, nicht mit Geld umgehen zu können, wurden schon dabei gesehen, wie sie bei „Monopoly“ ihre männlichen Mitspieler ausnahmen wie Weihnachtsgänse und Osterhasen zusammen. Spieleentwickler Klaus Teuber, der unter anderem hinter „Barbarossa“ und „Siedler von Catan“ steckt, ist fasziniert von der Verwandlung, die Menschen bei Spielen durchmachen: „Was mich am Spielen begeistert, ist das Abschalten vom Alltag und die Möglichkeit, Fehler machen zu dürfen, ohne dass sich diese gleich auf Jahrzehnte rächen. Welchen Effekt ich auch liebe: seine Mitmenschen und Bekannten einmal ganz anders erleben zu dürfen. Ich erinnere mich noch gut an ein absolut politisch korrektes Pärchen, wo der Mann im Spiel zum Egomanen mutierte. ,So kenne ich dich ja gar nicht, wie spielst du denn?’ - ich höre noch heute die enttäuschte Stimme der Frau in meinem Ohr.“</p>
<p>Wenn wir spielen, müssen wir uns jedoch auch noch auf etwas anderes einlassen: auf das Risiko zu verlieren. So gut wie jedes Spiel unterscheidet am Ende zwischen Sieger und Verlierern oder gibt – selbst wenn wir alleine spielen wie bei einer klassischen Patience oder dem Spielehit „The Sims“ – Spielziele vor, an denen wir scheitern können oder sie erreichen. Manchmal ist es reines Glück, das über den Ausgang des Spiels entscheidet, manchmal Können, Geschicklichkeit, Anstrengung oder Erfahrung – meist eine Mischung aus alldem. Und dennoch, egal wie routiniert wir in einem Spiel sind, wir müssen immer damit rechnen, zu verlieren – im schlimmsten Fall gegen einen blutigen Anfänger. Doch genau darin liegt auch der Reiz. Natürlich wollen wir uns auch im Spiel mit anderen messen, das macht einen Großteil des Reizes aus. Aber wir treten dabei auch immer gegen uns selbst an“, sagt Biopsychologe Walschburger – selber ein begeisterter Tennisspieler. „Wenn ich gegen einen Spieler verliere, der einfach deutlich besser ist als ich, und ich dabei mein Bestes gegeben habe – dann kann ich unter Umständen trotzdem glücklicher vom Platz gehen, als nach einem haushohen Sieg über einen schwachen Gegner.“</p>
<p>Der vielleicht wichtigste Gedanke zum Thema Spielen jedoch, soll jedoch am Ende dieses Textes verraten werden &#8230; Moment, draußen vor dem Fenster des Autors ruft jemand. Ob ich runterkomme zum Spielen? Hm, ich würde ja gerne. Aber ich muss noch diesen Artikel zu Ende &#8230; Ach, was soll’s? Klar, ich bin sofort unten!</p>
<p><em>Text: Christoph Koch<br />
Erschienen in: Mazda Motion</em></p>
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			<media:title type="html">Krieg spielen verboten</media:title>
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		<title>Strippenzieher: Wie gut bist du vernetzt?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 06:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Neon]]></category>

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		<description><![CDATA[Vitamin B hat für dich vor allem mit Obst zu tun? Oder sammelst du Visitenkarten wie andere Leute Briefmarken? Ob du das Zeug zum Sozialkapitalisten hast, erfährst du in der TYPOLOGIE der Netzwerker.

Der Naive 
Immer alle mit ihren Netzwerken! Du hast doch Freunde: den Sebi und die Tine. Von früher. Deren Nummern weißt du auswendig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Vitamin B hat für dich vor allem mit Obst zu tun? Oder sammelst du Visitenkarten wie andere Leute Briefmarken? Ob du das Zeug zum Sozialkapitalisten hast, erfährst du in der TYPOLOGIE der Netzwerker.<br />
</strong><br />
<strong>Der Naive </strong></p>
<p>Immer alle mit ihren Netzwerken! Du hast doch Freunde: den Sebi und die Tine. Von früher. Deren Nummern weißt du auswendig, mit denen verstehst du dich, die reichen dir. Manchmal wunderst du dich nur, warum das Leben bei anderen ein wenig glatter zu laufen scheint. Warum der Kollege zu dem Kongress nach Barcelona fliegen darf, obwohl du geeigneter wärst. Warum alle anderen immer schnell eine neue Wohnung finden, während du dich wochenlang durch die Kleinanzeigen der Tageszeitung quälst - nur um festzustellen, dass jemand, der den Makler kannte, dir die Wohnung weggeschnappt hat. Warum du als Einziger immer den vollen Preis zahlen musst. Hat das was mit dem Internet zu tun? Du nimmst dir vor, den Sebi zu fragen, wenn ihr euch das nächste Mal seht.</p>
<p><em>Dein typischer Satz: </em>»Ich schau mal im Telefonbuch nach, wo man da am besten anruft.«</p>
<p><em>Deine Internetcommunity: </em>bislang keine. Nach zwei Tagen AGB-Lektüre warst du bislang immer der Meinung, dass man nur an deine Daten will.</p>
<p><em>Vorschlag für die Zukunft: </em>Auch Menschen, die man nicht aus dem Sandkasten kennt, können einem oft unkompliziert weiterhelfen - ohne dass sie sich gleich ausgenutzt fühlen.<br />
<strong></strong></p>
<p><span id="more-202"></span></p>
<p><strong>Der Ungeschickte</strong></p>
<p>Du würdest so gern deine »Connections« verbessern. Aber es ist verhext: Immer verlieren die Leute deine Nummer, rufen nicht zurück oder gehen auf Partys Bier holen, ohne zurückzukommen. Und sie lassen dich nie nachträglich noch einsteigen, wenn du in der vierten Woche des Uniseminars zu einer Referatsgruppe stößt. Dabei hast du es kapiert: Vernetzt sein ist alles. Warum also zurückhaltend sein? Lieber klar sagen, was man sich verspricht und was man bereit ist, dafür zu geben. Vielleicht ist die Welt für deine Ehrlichkeit noch nicht bereit. Zumindest werden die von dir verfassten Massenmails wie »Hey, wer weiß in XY eine Wohnung für mich?« von deinen Bekannten nicht als gutes Networking aufgefasst, sondern als unhöflicher, fordernd klingender Zwischenruf, wie ihn das Internet zuhauf hervorbringt.</p>
<p><em>Dein typischer Satz: </em>»Hier meine Visitenkarte, wir können sicher was Cooleslaunchen, ich bin in allen Bereichen gut aufgestellt.«</p>
<p><em>Deine Internetcommunity: </em>Da du schon überall Mitglied bist und die Leute deiner Kontaktliste täglich zuspammst: vorerst keine.</p>
<p><em>Vorschlag für die Zukunft: </em>Einen Gang herunterschalten! Nicht jeder, den man im Lift trifft, ist ein neuer »Businesskontakt«. Manchmal kann man auch über Wetter oder Fußball reden - und dabei mehr profitieren als durch plump artikulierte Erwartungen.<br />
<strong></strong></p>
<p>***</p>
<p><strong>Der Naturbegabte</strong></p>
<p>Du hast einen siebten Sinn dafür, was die Leute in deiner Umgebung gerade brauchen: ob es der spanische Austauschstudent ist, dem du beim Frauenkennlernen durch Dolmetschen hilfst, oder deine Vermieterin, die du mit zwei Anrufen aus ihrem Handy-Knebelvertrag bekommst: Bei allen hast du nach kurzer Zeit einen Stein im Brett - und somit eine kostenlose Übernachtung in Spanien und keine Probleme bei der nächsten lauten Grillparty auf deinem Balkon. Manchen gehen deine permanente Hilfsbereitschaft und dein konstant fröhliches Wesen auf die Nerven. Aber selbst diese Miesepeter bekommst du auf deine Seite, wenn du sie an ihrem Geburtstag, von dem sie nicht wussten, dass du ihn kennst, mit frisch gebackenen Muffins überraschst.</p>
<p><em>Dein typischer Satz:</em> »Allerliebste Grüße zurück - und gern geschehen.«</p>
<p><em>Deine Internetcommunity:</em> asmallworld. net - schwer reinzukommen, dafür werden Nervensägen, die nur auf ihren Vorteil bedacht sind, rausgeworfen.</p>
<p><em>Vorschlag für die Zukunft: </em>Bei deiner Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, läufst du allenfalls Gefahr, die wirklich wichtigen Anliegen, zum Beispiel die deiner Freunde, zu übersehen.<br />
<strong></strong></p>
<p>***</p>
<p><strong>Der Skrupellose</strong></p>
<p>Menschen erinnern dich an Schachfiguren. Du liebst es, sie herumzuschieben, wie es dir zum Vorteil gereicht. Statt Freunden hast du Bündnispartner. Vertrauen hältst du für ein überholtes Konzept, und so gnadenlos du nach unten sein kannst, so freundlich bist du nach oben. Die Leute, die dir einen Gefallen schulden, führst du in einer Excel-Tabelle. Und »Verwendungszweck« ist für dich kein Begriff auf einem Überweisungsträger, sondern eine Rubrik in deinem Organizer, unter der du jeder neuen Telefonnummer ein Stichwort zuordnest.<br />
Denn die Natur hat dich mit der Fähigkeit ausgestattet, in Sekundenbruchteilen zu erkennen, wie dir jemand von Nutzen sein kann. Ein ebenso unbezahlbares wie unsympathisches Talent.</p>
<p><em>Dein typischer Satz: </em>»Ich werde auf Sie zurückkommen.«</p>
<p><em>Deine Internetcommunity:</em> studivz.de - du bist zwar schon lange kein Student mehr, aber die billigen Mitfahrgelegenheit greifst du trotzdem gerne ab.</p>
<p><em>Vorschlag für die Zukunft: </em>Ruhig mal den Menschen hinter dem Job, die Person hinter der Position sehen. Nicht jeder, der einem nützlich sein kann, ist es wert, Zeit mit ihm zu verbringen, und nicht jeder, der einem gerade keinen Vorteil bringen kann, ist automatisch ein Idiot.</p>
<p>***</p>
<p><strong>Der Meta-Connecter</strong></p>
<p>Du entwickelst geradezu sportlichen Ehrgeiz darin, deine Kontakte so zu nutzen, dass auch für andere neue Verbindungen entstehen. Deine Lieblingsbeschäftigung ist es, auf Partys Leute, die sich noch nicht kennen, zusammenzuführen. Du wirst deswegen immer für den Gastgeber gehalten. »Nein, die Party macht Anna!«, stellst du richtig. »Aber ich stelle euch gleich mal vor. Ihr müsst euch unterhalten, denn sie sucht ständig Fotografen für ihre Agentur, und ich habe ihr schon viel von deinen Bildern erzählt.« Manche vermuten niedere Motive hinter deinen Kontaktvermittlungen. Dabei gibt es nur einen Grund, der dich strahlen lässt, wenn zwei Menschen, die sich durch dich kennen gelernt haben, ein neues Projekt - egal ob Baby oder Internet-Start-up - anfangen: deine befriedigte Eitelkeit.</p>
<p><em>Dein typischer Satz:</em> »Ihr solltet euch unbedingt mal kennen lernen.«</p>
<p><em>Deine Internetcommunity:</em> facebook.com - nur so stellst du sicher, dass deine Bekanntmachungsmaschinerie nicht an den Landesgrenzen endet.</p>
<p><em>Vorschlag für die Zukunft:</em> Bevor du Philipp und Arne zum dritten Mal über ihre gemeinsamen Interessen aufklärst, widme dich doch lieber mal deinen eigenen: denn bislang bist du noch immer alleine nach Hause gegangen.</p>
<p><em>Text: Christoph Koch<br />
Erschienen in: NEON</em></p>
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		<item>
		<title>Indiana Jones im Stimmbruch: Wie drei Fans den Filmklassiker im Garten nachdrehten</title>
		<link>http://christophkoch.wordpress.com/2008/06/05/indiana-jones-im-stimmbruch-wie-drei-fans-den-filmklassiker-im-garten-nachdrehten/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 06:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Süddeutsche]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Jungen in Mississippi fassten 1982 einen Plan: Sie wollten „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes” zu Hause nachdrehen – Szene für Szene, Einstellung für Einstellung. Sieben Jahre später waren sie fertig, der Film verstaubte danach in ihren Regalen. Inzwischen hat er eine Fangemeinde, zu der auch Regisseur Steven Spielberg zählt. 
Wer von euch hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Drei Jungen in Mississippi fassten 1982 einen Plan: Sie wollten „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes” zu Hause nachdrehen – Szene für Szene, Einstellung für Einstellung. Sieben Jahre später waren sie fertig, der Film verstaubte danach in ihren Regalen. Inzwischen hat er eine Fangemeinde, zu der auch Regisseur Steven Spielberg zählt. </strong></p>
<p><em>Wer von euch hatte die Idee für dieses Wahnsinnsunternehmen?</em></p>
<p><strong>Chris Strompolos:</strong> Es war meine Idee. Ich war zehn und hatte gerade „Jäger des verlorenen Schatzes” gesehen. Ich wollte Indiana Jones sein – alles geschah nur aus Liebe zu diesem Film.</p>
<p><strong>Eric Zala:</strong> Ich lernte Chris im Schulbus kennen, weil ich mir ein „Indiana-Jones”Comic von ihm auslieh. Als ich ihm sagte, dass ich den Film mag, merkte ich, dass er mich sofort leiden konnte. Später rief er mich an und schlug vor, den Film nachzudrehen. Ich wusste damals noch nichts von dem, was auf mich zukam. Jayson kam dazu, als wir für die erste Szene eine verweste Leiche brauchten.</p>
<p><strong>Jayson Lamb:</strong> Ich hatte für eine Halloweenparty unser Klassenzimmer in eine Geisterbahn verwandelt. Also wussten die beiden, dass ich gruselige Masken herstellen konnte – und ich war an Bord.</p>
<p><a href="http://christophkoch.files.wordpress.com/2008/06/bild-1.png"><img class="alignnone size-full wp-image-205" src="http://christophkoch.files.wordpress.com/2008/06/bild-1.png?w=344&h=430" alt="Indiana 1" width="344" height="430" /></a><br />
Brothers In Arms: Eric, Chris und Jayson (von links) im Jahr 1988, am Ende der Dreharbeiten zu ihrem Remake von „Indiana Jones”.</p>
<p><em>Wann habt Ihr gedreht, nach der Schule?<br />
</em><br />
<strong>Eric:</strong> Wir haben in den Sommerferien jeweils drei Monate gedreht. Während des Schuljahrs haben wir am Set herumgebaut, Kostüme gemacht und so weiter.</p>
<p><span id="more-204"></span></p>
<p><em><br />
Was haben Eure Eltern dazu gesagt?<br />
</em><br />
<strong>Chris:</strong> Wir haben alle drei alleinerziehende Mütter, kamen aus kaputten Familien. Vielleicht war das auch der Grund, warum das Filmen so viel Spaß gemacht hat: Es war eine Flucht in eine heile Welt. Meine Mutter hat mich immer ermutigt weiterzumachen, wenn ich selbst Zweifel hatte. Sogar als wir Eric angezündet haben, blieb sie erstaunlich cool.</p>
<p><em><br />
Wie bitte?<br />
</em><strong><br />
Jayson:</strong> Einer der Bösen geht im Film in Flammen auf, also schlich ich in Büchereien herum, und tat, als würde ich für ein Schulprojekt recherchieren. Dort fand ich heraus, dass Reinigungsalkohol sehr gut brennt, aber auch schnell wieder ausgeht. Als wir die Szene gedreht haben, wollte Eric aber Benzin verwenden. Die ganze Sache geriet dann etwas außer Kontrolle. Wir haben den halben Keller seiner Eltern abgebrannt.</p>
<p><strong>Eric:</strong> Die Sache kam aber erst raus, als wir die Bänder in dem Fernsehstudio sichteten, in dem auch die Mutter von Chris arbeitete. Der Techniker verpetzte uns, unsere Mütter trafen sich und verboten uns weiterzumachen.</p>
<p><em><br />
Eure Mütter waren also sozusagen die Studiobosse, die den Hahn abdrehten?<br />
</em><br />
<strong>Jayson:</strong> Genau. Nach einem Jahr Pause konnten wir sie dazu überreden, uns weitermachen zu lassen – wenn auch nur unter der Aufsicht eines befreundeten Erwachsenen. Der Typ hatte eine Statistenrolle in einem Zombiefilm gehabt, er war für uns also eine Art Gott. Er war aber noch unreifer als wir und ermutigte uns eigentlich ständig, noch mehr Feuer und Explosionen einzusetzen.</p>
<p><em><br />
Einen Film mit Taschengeld zu drehen, ist bestimmt nicht leicht. Wo kamen die ganzen Utensilien her?<br />
</em><br />
<strong>Chris:</strong> Die Peitsche und den Hut habe ich mir zum Geburtstag gewünscht.</p>
<p><strong>Eric:</strong> Eigentlich haben wir alle unsere Geschenke immer sehr strategisch ausgewählt, alles diente irgendwie dem Film.</p>
<p><em><br />
Am beeindruckendsten ist ja die riesige Steinkugel, vor der Indiana Jones fliehen muss. Bei euch sieht sie genauso riesig aus wie im Film. Wie geht sowas?<br />
</em><br />
<strong>Jayson:</strong> Es gab unzählige Kugeln. Die ersten waren mit Pappmache beklebte Wetterballons, die am nächsten Tag zusammengefallen waren. Dann bauten wir eine, die hielt, aber zu groß war, um sie aus Erics Zimmer herauszubekommen. Am Schluss hatten wir eine Kugel aus Fiberglas und haben sie zwei Holzpfosten in Erics Garage herunterrollen lassen.</p>
<p><em><br />
Woher kamen die anderen Schauspieler?<br />
</em><br />
<strong>Eric:</strong> Das waren Schulfreunde und Nachbarskinder, die wir immer wieder überreden konnten, sich als Araber oder Nazis zu verkleiden. Schwierig war es vor allem, die weibliche Hauptrolle zu finden. Wir hatten damals ehrlich gesagt nicht viel Kontakt mit Mädchen. Chris gab mir den Auftrag: „Wir brauchen ein Mädchen, aber bitte eins, das kleiner ist als ich.” Ich kannte ein Mädchen, das mit mir zur Kirche ging – sie erschien mir hübsch genug, und ich fragte sie.</p>
<p><em><br />
Wie war es, die Liebesszenen zu drehen?<br />
</em><br />
<strong>Chris:</strong> Ich war damals gerade 13 und hatte noch nie ein Mädchen geküsst. Ich war so aufgeregt, dass ich ganz profihaft von Eric ein „geschlossenes Set” verlangte – was im Grunde nur bedeutete, dass er seinen Bruder nach draußen schickte.</p>
<p><em><br />
Gab es Schwierigkeiten unter euch Jungs?<br />
</em><br />
<strong>Chris:</strong> Nein. Ärger entstand erst, als wir mit den Dreharbeiten fertig waren und ich mit Jayson die Nachvertonung machte. Wir konnten nachts kostenlos ein Studio nutzen und waren irgendwann so übermüdet, dass wir am Schluss alles nur noch hinschluderten.</p>
<p><strong>Eric:</strong> Als ich mir ansah, was sie gemacht hatten, sagte ich, dass das nicht ihr Ernst sein könnte. Aber die beiden ließen mich einfach stehen. Danach haben wir ein ganzes Schuljahr kein Wort mehr miteinander geredet.</p>
<p><em><br />
Wie habt ihr euch wieder versöhnt?<br />
</em><br />
<strong>Eric:</strong> Erst als der inzwischen dritte Teil von „Indiana Jones” in die Kinos kam, rief ich Chris an. Wir gingen zusammen ins Kino. Der Film weckte unsere Begeisterung wieder und wir machten die Nachbearbeitung und den Ton zu Ende – inzwischen war es das Jahr 1989.</p>
<p><em><br />
Was hat euch bei all diesen Schwierigkeiten, die Kraft gegeben, immer weiterzumachen?<br />
</em><br />
<strong>Jayson:</strong> Im Grunde nichts als unsere völlig Besessenheit. Ein bisschen war es so, wie auf einen Berg zu steigen – und hinter jedem Gipfel kommt noch einer.</p>
<p><strong>Eric:</strong> Ohne unsere enge Freundschaft hätte es auch nie funktioniert. Wir wussten: Es liegt nur an uns selbst, ob wir es schaffen oder aufgeben.</p>
<p><em><br />
Nachdem der Film fertig war, habt ihr ihn euren Freunden und Familien gezeigt, dann setzte er 15 Jahre lang bei euch Zuhause Staub an. Wie kam es jetzt dazu, dass er wieder auftauchte?</em></p>
<p><strong>Eric:</strong> Ich habe später in New York Film studiert und den Film ab und zu Freunden gezeigt. Einige davon machten sich Kopien – und plötzlich landete er bei Steven Spielberg.</p>
<p><em><br />
Machte er Schwierigkeiten wegen der Urheberrechte?<br />
</em><br />
<strong>Chris:</strong> Wir dürfen den Film nicht vertreiben. Aber er lud uns zu sich ein und machte uns ein Kompliment: „Jungs”, sagte er, „ich habe euren Film zweimal angesehen – und er hat selbst mich inspiriert.”</p>
<p><strong>Eric: </strong>Jetzt haben wir den Film schon auf einigen Filmfestivals in den USA gezeigt und die Leute sind begeistert.</p>
<p><em><br />
Woran glaubt ihr, liegt das? Im Grunde gibt es den Film ja schon in einer viel besseren Version. . .<br />
</em><br />
<strong>Jayson:</strong> Die Zuschauer wissen es zu schätzen, dass an dem Film alles echt ist. Dass die Jungs, die sie da sehen, wirklich ihr ganzes Herz reingelegt haben.</p>
<p><strong>Chris:</strong> Als Erwachsene zweifeln wir doch ständig an uns selbst: Wo bin ich gerade? Tue ich das Richtige? Wie werde ich glücklich? Der Film strahlt eine unfassbare Unschuld aus. Man sieht, dass wir das alles sehr ernst nehmen, gleichzeitig haben wir keine richtigen Sorgen. Außer der Frage, wo wir jetzt bitteschön ein paar Schlangen herbekommen.</p>
<p><em><br />
Was für ein Gefühl ist es, seine eigene Kindheit Jahre später noch einmal zu sehen?<br />
</em><br />
<strong>Chris:</strong> Noch einmal diese glücklichen Kindertage besuchen zu dürfen, ist ein unglaubliches Privileg. In einigen Szenen sind wir ja fünf Jahre älter als in anderen. Ich sage einen Satz in einer hellen Jungenstimme und eine Szene später bin ich durch den Stimmbruch durch und klinge wie ein Mann.</p>
<p><em><br />
Was habt Ihr in den sieben Jahren gelernt?<br />
</em><br />
<strong>Jayson: </strong>Ausdauer und Bescheidenheit.</p>
<p><strong>Eric: </strong>Was man schaffen kann, wenn man mit den richtigen Leuten zusammen ist.</p>
<p><strong>Chris:</strong> Dass es später immer schwieriger wird, solche Freundschaften zu schließen, wie man sie mit zehn geschlossen hat. Ich habe auch gelernt, dass man immer das tun sollte, was man liebt, sonst gerät man irgendwann aus der Spur.</p>
<p><em><br />
Ein Hollywood-Produzent hat euch jetzt für einen sechsstelligen Betrag die Rechte an eurer Geschichte abgekauft. Wann kann man euer Leben im Kino sehen?<br />
</em><br />
<strong>Jayson:</strong> Der Film soll bald in die Kinos kommen – wir hoffen natürlich, dass es ein Blockbuster wird, ein weiterer Kindheitstraum muss nämlich noch war werden: Dass wir endlich zur Oscar-Verleihung eingeladen werden.</p>
<p><em><br />
Interview: Christoph Koch<br />
Erschienen in: SZ<br />
Foto: theraider.net<br />
</em></p>
<p><em>(Anmerkung: Das Interview wurde bereits im September 2004 für die jetzt.de-Seite in der Süddeutschen Zeitung geführt. Im Zuge der Veröffentlichung des neuen Indiana-Jones-Films aber vielleicht immer noch - beziehungsweise wieder - interessant.)</em></p>
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		<title>Die besten Suchanfragen im Mai</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jun 2008 06:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christophkoch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Wollt grad sagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer selbst ein Blog hat, kennt das wahrscheinlich: Man schaut in die Statistik und fragt sich, wie und woher die diversen Besucher eigentlich auf die eigene Seite kommen. Manchmal erfährt man es: über Links, andere Blogs - oder aber Suchmaschinen. Praktischerweise werden die Begriffe, nach denen die Leute gesucht haben, auch gleich mit angegeben.
Diesen Monat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wer selbst ein Blog hat, kennt das wahrscheinlich: Man schaut in die Statistik und fragt sich, wie und woher die diversen Besucher eigentlich auf die eigene Seite kommen. Manchmal erfährt man es: über Links, andere Blogs - oder aber Suchmaschinen. Praktischerweise werden die Begriffe, nach denen die Leute gesucht haben, auch gleich mit angegeben.</p>
<p>Diesen Monat kamen neben den inzwischen Routine gewordenen Nachbarschaftsanfragen (&#8221;Wie führt man seinem Nachbarn schaden zu?&#8221; oder &#8220;Nachtruhe Bremen&#8221;) wieder eine Menge Schmuddelkram - aber wer Artikel über One Night Stands schreibt, die dann noch von der &#8220;Bild&#8221; geklaut werden, muss sich darüber natürlich auch nicht wundern. Ansonsten reichte das Anfragen-Kaleidoskop diesen Monat von schmeichelhaft (&#8221;sexy Christoph Koch&#8221;) über nachdenklich (&#8221;Wie macht man sich undurchschaubar?&#8221;) bis zu neugierig (&#8221;Arbeitspensum Schriftseller&#8221;) und legasthenisch (&#8221;one ein stend&#8221;).</p>
<p>Ebenfalls interessant: Wie viele Menschen sich  dafür interessieren, ob Thees &#8220;Tomte&#8221; Uhlmann, Marcus &#8220;Kettcar&#8221; Wiebusch, Charlotte &#8220;Feuchtgebiete&#8221; Roche oder Roger &#8220;anstrengend&#8221; Willemsen in einer festen Beziehung sind. Meines Wissens: Ja, sind sie alle. Und selbst wenn nicht - mit Internet-Stalkern gehen auch ungebundene Promis nur ungern aus.</p>
<p><strong>Die besten Suchanfragen im Mai:</strong></p>
<ul>
<li>welche sache erfand koch?</li>
<li>wie führt man seinem nachbar schaden zu</li>
<li>was hat die heilige charlotte gemacht?</li>
<li>sexy christoph koch</li>
<li>am wenigsten zum richten</li>
<li>&#8220;Marcus Wiebusch&#8221; Freundin</li>
<li>Thees Uhlmann Freundin<br />
<em>(An die Fragenden: Ja, beide vergeben.)<br />
</em></li>
<li>früher war alles strenger</li>
<li>wenn eltern zu viel schimpfen</li>
</ul>
<p><span id="more-188"></span></p>
<ul>
<li>nachtruhe bremen</li>
<li>bäume kaputtmachen wenn sie stören</li>
<li>sind chalotte mario barth zusammen?</li>
<li>Wenn Männer mit Puppen spielen</li>
<li>&#8220;Bassistin&#8221; München</li>
<li>roger willemsen verliebt 2008</li>
<li>Bildschirmschoner Polarlicht</li>
<li>wie macht man sich undurchschaubar?</li>
<li>nachbarn zaun bremen rechts</li>
<li>telefonnummer von frauen das sex wollen</li>
<li>in welchem stadtteil berlins wohnen tokio hotel?</li>
<li>meike meyruhn + demütigung</li>
<li>s hinterm kontostand</li>
<li>resteficken in berlin</li>
<li>distanzgemindert + alkoholismus</li>
<li>was heisst verkorkst?</li>
<li>arbeitspensum schriftsteller</li>
<li>prollige menschen</li>
<li>&#8220;ein stündchen aufzulegen&#8221;</li>
<li>one ein stend</li>
<li>kettcar läden kreis unna</li>
</ul>
<p><strong>Lesen Sie auch:</strong></p>
<p><a href="http://christophkoch.wordpress.com/2008/05/02/die-besten-suchbegriffe-im-april/" target="_self">Die besten Suchbegriffe im April<br />
</a></p>
<p><a href="http://christophkoch.wordpress.com/2008/04/02/die-besten-suchbegriffe-im-marz/" target="_self">Die besten Suchbegriffe im März</a></p>
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