Mit ‘Berlin’ verschlagwortete Einträge
Verfasst von christophkoch am 20. Februar 2009
In der letzten Folge „Klickenswert“ noch Späße über die Promi-Doppelgängergalerien der deutschen Vanity Fair gemacht – schon wird das Heft eingestellt. Oh, süßes Hochgefühl der Macht! Dabei war’s doch gar nicht so gemeint, Herr Newhouse …
Aber über die deutsche Vanity Fair spotten durfte eh schon immer nur, wer selbst mal dort gearbeitet hat – also fast alle. Deshalb wundert es auch nicht, dass das Magazin öfter in der schönen Rubrik „Die Schmähkritik“ auftauchte, die man im von Partymaschine Ihle betriebenen Pop-Blog der taz lesen kann und sollte. Letztlich eine einfache Idee: Wenn irgendwo einer was Gehässiges, aber dennoch Lustiges über einen anderen sagt – zack, copy und paste, ab in die „Schmähkritik“ damit. Vor kurzem wurde die 150. Folge gefeiert, und man kann im Überblick noch mal schön nachsehen, wer recht oft stänkert (die Gallaghers, Nicky Wire) und wer viel angepupst wird (besagtes Magazin, Axl Rose, Thees Uhlmann). Geschimpfe und Gemaule widersprechen zwar grundsätzlich meinem Credo „Ich finde alles gut“ (Superpunk), aber solange es die anderen sind, die stänkern – wunderbar.

Kleiner Kaffee, große Sehnsucht.
Leaving New York Never Easy
Ebenfalls simpel, aber dafür umso schöner anzusehen sind die Erinnerungen an New York, die der Grafikdesigner Christoph Niemann aus den Legosteinen seiner Söhne nachgebaut hat, um sich die trüben Berliner Wintertage zu versüßen. (via Popmoderne)
Zitty, bitte übernehmen Sie!
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Veröffentlicht in Wollt grad sagen | Verschlagwortet mit : Axl Rose, Berlin, Blog, Facebook, Galileo, Lego, Lokalisten, New York, Oasis, Popblog, ProSieben, Schmähkritik, taz, Vanity Fair | 1 Kommentar »
Verfasst von christophkoch am 28. Januar 2009
Gesetze macht das Parlament – und Babys bringt der Klapperstorch. Die Politik entmachtet sich selbst, lässt LOBBYISTEN ihre Gesetzentwürfe schreiben – und Abgeordnete sind oft nur noch dazu da, die Entwürfe durchzuwinken. Ist das noch Demokratie?
Plötzlich lag es einfach da: ein Thesenpapier, ohne Briefkopf, ohne Absender, aber in manchen Passagen aufs Komma identisch mit den
Positionen des Zigarettenverbandes VdC. »Bis heute«, sagt Lothar Binding über seine Tasse Instantkaffee hinweg, »weiß ich nicht, wer das damals eingeschleust hat.« Das war im September 2006, bis dahin war Lothar Binding, 58, einfach ein SPD-Abgeordneter aus Heidelberg. Dann berief er eine achtköpfige parlamentarische Arbeitsgruppe ein, wollte Konzepte für ein bundesweites Rauchverbot ausarbeiten. Und wurde bekannt als der Mann, der es wagte, sich mit der übermächtigen Tabaklobby anzulegen. »Wie weit deren Vernetzung reicht«, sagt er, »wurde mir in jener ersten Sitzung unserer Arbeitsgruppe besonders deutlich.« Irgendjemand aus der achtköpfigen Runde musste das Papier ausgelegt haben, aber niemand wollte es gewesen sein – auch der VdC bestritt dahinterzustecken. »Derlei schamlose Manipulationsversuche sind eher die Ausnahme«, sagt Binding. In der Regel versuchen Lobbyisten mit subtileren Methoden, Einfluss zu nehmen: Pro Abend erhält der Abgeordnete bis zu fünf Einladungen zu parlamentarischen Abenden, Fachvorträgen, Dinner mit Diskussionsrunde.

Kämpft nicht nur gegen die Tabaklobby - sondern auch gegen die der Gaststätten (und Kioske?): Lothar Binding
Zum »Energiefrühstück«, zum »Bankenbrunch «, zum Mittagessen mit der Handelskammer. »Manche der Informationen, die man dort bekommt«, sagt Binding »sind durchaus objektiv, fachkundig und wichtig für die eigene Arbeit.« Ohne die »Hilfe« von Interessenvertretern ist der politische Betrieb offenbar kaum noch denkbar: Mitunter sind die Abgeordneten die Letzten, die einen Gesetzentwurf zu sehen bekommen und mitunter wie im Blindflug darüber abstimmen – nachdem Beamte in den Ministerien ihn, oft schon in Abstimmung mit Lobbyisten, erarbeitet haben. »Ein Abgeordneter kommt kaum hinterher, alles zu lesen, was wichtig wäre«, räumt Binding ein.
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Veröffentlicht in Neon | Verschlagwortet mit : Abgeordneter, Berlin, Bundestag, Clement, Demokratie, Juristen, Leihbeamte, Lobby, Lobbyismus, Lobbyist, Ministerium, Monitor, Parlament, Pharmaindustrie, Politik, Staat, Tabak, Verbände, Versicherung, Vorlagen, Wirtschaft | Kommentar schreiben »
Verfasst von christophkoch am 17. Mai 2008
Album-Charts, Tagesthemen, ausverkaufte Tourneen – klammheimlich wurde aus Kettcar, die vor zwei Alben auf dem selbstgegründeten Indielabel Grand Hotel Van Cleef als Geheimtipp gehandelt wurden, eine der wichtigsten deutschen Bands. Jetzt kommen sie wieder – und benennen ihr Album nach der wichtigsten deutschen Insel. Kann das gutgehen? Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch über den Sylt-Reflex, seine Liebe zu Hamburg und den schönsten Ort Berlins, ach Quatsch: der Welt.
Ihr neues Album heißt „Sylt“ – soll jetzt nach den Indiekids aus dem Schanzenviertel die Jeunesse Dorée von Westerland erobert werden?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir uns bei dem Namen „Sylt“ viel weniger gedacht haben, als da jetzt hineininterpretiert wird. Wir wollten nach „Du und wie viel von Deinen Freunden“ und „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ einen möglichst kurzen und verstörenden Titel haben. Und dann kam Reimer eben mit „Sylt“ um die Ecke.
Was ein sehr aufgeladener Name ist…
Das stimmt, es gibt niemanden, der nichts denkt, wenn er dieses Wort hört. Ich denke zum Beispiel an prolligen Reichtum. Sie denken vielleicht an eine schöne Insel. Ein anderer denkt an das Meer, das jedes Jahr ein Stück von der Insel wegfrisst, an ein modernes Atlantis. Aber das hat alles nichts mit dem Album zu tun.

Schade. Keine Songs darüber, wie man mit dem Porsche bei Gosch vorfährt.
Wir wollten Songs schreiben über neoliberale Zumutungen und Zustände, die gerade besonders viele Leute angehen. Uns war schnell klar, dass wir eine Platte machen wollten, die nicht einverstanden ist.
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Veröffentlicht in zitty | Verschlagwortet mit : Album, Berlin, Graceland, Grand Hotel Van Cleef, Hamburg, Indielabel, Interview, Kettcar, Kreuzberg, Label, Marcus Wiebusch, Prenzlauer Berg, Schanzenviertel, Studiosterben, Sylt, zitty, Zukunftsangst | 2 Kommentare »
Verfasst von christophkoch am 26. Dezember 2007
Ein Kinofilm, Wiederveröffentlichungen und dutzende Epigonen – 30 Jahre nach ihrer Gründung ist die Band Joy Division präsenter als je zuvor
Der Morgen des 18. Mai 1980 dämmert, über den grauen Reihenhäusern des nordenglischen Macclesfield geht die Sonne auf. Auf dem Plattenteller von Ian Curtis liegt Iggy Pops Platte „The Idiot“. Der blasse 23-Jährige hat sich gerade Werner Herzogs Film „Stroszek“ angesehen, morgen soll er mit seiner Band Joy Division auf eine USA-Tournee gehen, die der Band den Durchbruch bringen könnte. Doch anstatt seinen Koffer zu packen, geht er in die Küche und hängt sich auf.

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Veröffentlicht in zitty | Verschlagwortet mit : Alexandra Maria Lara, Anton Corbijn Peter Hook, Berlin, Control, Film, Ian Curtis, Joy Division, Manchester, Selbstmord, The Smiths, Unknown Pleasures, zitty | Kommentar schreiben »
Verfasst von christophkoch am 29. August 2007
Sven Dietrich vergleicht in seinem Blog pop64.de seit Jahren Hamburg und Berlin
Auf sehr unterhaltsame Weise lässt der 31-Jährige Haupt- und Hansestadt in Rubriken wie „Fahrscheinkontrolle“, „Kiezgrößen“ oder „Freiluftkinos“ gegeneinander antreten. Der hauptberufliche „Webfuzzi“ (Selbstauskunft) hat lange genug in beiden Städten gelebt, um sie kompetent vergleichen zu können – und uns endlich den genauen Unterschied zu erklären.

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Veröffentlicht in zitty | Verschlagwortet mit : Berlin, Blog, Blogger, BVG, Döner, Fahrscheinkontrolle, Fischköpfe, Freiluftkinos, Größenwahn, Hafen, Hamburg, Interview, Kiezgrößen, Lokalpatrioten, Lokalpolitiker, Meer, Metropolen, Osten, Spätkauf, Städtevergleich, Unterschiede, Webfuzzi, Wowereit, zitty | 3 Kommentare »
Verfasst von christophkoch am 18. Juni 2007
Über 60 Jahre hat Elisabeth Müller inzwischen am Theater verbracht – davon die meiste Zeit als Souffleuse am Berliner Maxim-Gorki-Theater.

Auch wenn die 75-Jährige inzwischen nur noch einige Vorstellungen pro Monat souffliert, merkt man, dass Elisabeth Müller nach wie vor zur großen Familie der berühmten Berliner Bühne gehört. In der Theaterkantine hat sie eine eigene Tasse mit ihrem Vornamen drauf (Wenn auch ein scheußliches Ding), und alle paar Minuten bleibt jemand an ihrem Tisch stehen, um sie – Ach Mensch, die Betti! – zu begrüßen.
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Veröffentlicht in FAZ | Verschlagwortet mit : Bühne, Berlin, FAZ, Guckloch, Hänger, Hitler, Magdeburg, Marika Rökk, Mauerbau, Maxim-Gorki-Theater, Publikum, Regisseur, Schauspieler, Shirley Temple, Souffleuse, Theater, Theaterkantine, Varieté, Wie wird man | 4 Kommentare »
Verfasst von christophkoch am 29. Mai 2007
Erinnerungen an die Anfangstage des Berliner Techno
Am 24. Mai öffnet der legendäre Techno-Club Tresor wieder seine Stahlpforten – in einer neuen Location an der Köpenicker Straße. Eine gute Gelegenheit, sich zu erinnern, wie vor beinahe 20 Jahren Techno begann. Wie war es in den ersten Jahren im alten Tresor in der Leipziger Straße? Im Walfisch, im Bunker und im UFO? Wie war das mit Ost und West, mit den Polizisten, den Drogen und dem Sex? Drei Macher, die von Anfang an dabei waren, erinnern sich.
Der Tresor
Jeder, der zum ersten Mal in den Tresor kam, sagte: Das ist der Ort! Die Rohheit dieses Kellers war der perfekte Rahmen. Das war keine Disco, in die man ein paar Tarnnetze gehängt hatte. Es war die Definition von Techno. Als Underground Resistance im Tresor auftraten, waren die geflasht, plötzlich in einer Stadt angekommen zu sein, für die sie ihre Musik geschrieben hatten. Das war eine perfekte Symbiose. In Detroit wurde die Musik gemacht, aber gelebt wurde sie im Tresor. Das war der richtige Ort zur richtigen Zeit. Die Frankfurter haben immer vom Dorian Gray geschwärmt. Als ich Mitte der 90er zum ersten Mal mit großen Erwartungen dort war, war ich sehr enttäuscht: dass sah aus wie eine Dorfdisco mit integrierter Pizzeria. Im Gegensatz dazu war das Omen für mich ein Club, der zur Legendenbildung taugte.
Mijk van Dijk
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Veröffentlicht in zitty | Verschlagwortet mit : Bar 25, Berghain, Berlin, Bunker, Club, Dimitri, Dorian Gray, Drogen, Ecstasy, Fischlabor, House, Keller, Love Parade, Mijk van Dijk, Monika Dietl, Ostberlin, Panorama Bar, Polizei, Rave, Rio, Schwule, Sex, SFBeat, Szene, Tanith, Techno, Tekknozid, Tresor, Ufo, Walfisch, Weekend, Wende, Westberlin, Wolle XDP, zitty | Kommentar schreiben »