Christoph Koch

Wollt grad sagen.

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Wie wird man eigentlich Geräuschesammler, Herr Hempton?

Verfasst von christophkoch am 8. Juli 2008

Gordon Hempton, 55, lebt im Olympic National Park in der Nähe von Seattle, bezeichnet sich selbst als „Soundtracker“ und nimmt Geräusche auf. Was anfangs als eine Leidenschaft für die Stille der Natur begann, wird inzwischen von Firmen wie Microsoft sehr gut bezahlt.

Gordon Hempton

Gordon Hempton

Ein Gehörsturz ist wohl das Schlimmste, was jemandem passieren kann, der sein Geld damit verdient, Geräusche zu sammeln. Vor etwa fünf Jahren hatte ich einen. Ich suchte zahlreiche Ärzte auf, die allesamt keinen Rat wussten, und es dauerte insgesamt 18 Monate, bis ich mein Gehör vollständig wiederhatte. In dieser Zeit war ich nicht nur arbeitslos und stand vor dem finanziellen Ruin, sondern war auch emotional völlig am Ende. Was sollte ich mit meinem Leben anfangen, wenn ich statt der Naturgeräusche, die ich so liebte, nur noch ein Pfeifen hören konnte?

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Eine Liebe, die schon 66 Jahre hält: Interview mit den Großeltern

Verfasst von christophkoch am 28. April 2006

Man könnte es jeden Tag tun und gerade deshalb macht man es nie: ausführlich mit den eigenen Großeltern reden. Sich von Oma erzählen lassen, ob sie vor Opa in einen anderen verliebt war. Oder Opa fragen, ob er Angst hatte, damals im Krieg. Hier sprechen Grete und Ernst Koch (90 und 92 Jahre alt) über ihr Leben – über eine Liebe, die seit 66 Jahren hält, über zerbröselten Kuchen und getrennte Schwimmbäder.

Schön, dass ich euch ein paar Fragen stellen darf.
Beide: Ja, aber hoffentlich interessiert es auch wen.

Ihr seid 66 Jahre verheiratet. Wie schafft man es, solange verliebt zu bleiben?
Grete: Einen guten Willen muss man haben, beinander zu bleiben.
Ernst: Ja, das stimmt.
Grete: Wir mussten auch oft heftig streiten. Aber wir waren immer gewillt, uns zu versöhnen. Wir wären nie schlafen gegangen, ohne uns zu vertragen.

Streit ist also kein Zeichen, dass man nicht zusammenpasst?
Grete: Nein, gar nicht. Ich glaube, die jungen Leute werfen zu schnell die Flinte ins Korn. Vor allem die Frauen hauen so schnell ab, früher waren es eher die Männer, die ihre Freiheit suchten.
Ernst: Ich glaube auch: Ihr kämpft heute weniger um die Liebe.

Grete und Ernst Koch auf der Interview-Couch

Grete und Ernst Koch auf der Interview-Couch

Man hat immer das Gefühl, da kann ja auch noch was anderes kommen. Worüber habt ihr früher gestritten?
Grete: Über die Erziehung der Kinder. Dein Opa war immer etwas strenger.

Aber er war doch immer unterwegs – also lag die Erziehung doch automatisch in deinen Händen als Hausfrau.
Grete: Ja, aber der Mann war die Paschafigur. Das Oberhaupt der Familie, der hat entschieden. Die Frauen wurden ja erst 1954 gleichgestellt. Vorher galt ausschließlich das Wort des Mannes. Wo man wohnt, auf welche Schulen die Kinder gehen, alles entschied der Mann.

Das wäre heute unvorstellbar. Keine Frau würde das mitmachen.
Ernst: Das kam natürlich auch daher, dass meist nur die Männer berufstätig waren. Aber deine Großmutter und ich stimmten uns trotzdem immer ab. Als mir zum Beispiel die erste Stelle in München angeboten wurde, sagte ich dem Geschäftsführer: „Tut mir leid, das kann ich erst entscheiden, wenn ich mit meiner Frau gesprochen habe.“

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Wie wird man eigentlich … General, Herr Schelzig?

Verfasst von christophkoch am 27. Juni 2005

Kurzzeitig wollte er es auch mal im Profifußball versuchen. Aber dann wurde Peter Schelzig 2003 mit 48 Jahren zum jüngsten General der Bundeswehr. Seit 1. März ist er nur noch der zweitjüngste, „aber irgendwann ist ja alles mal vorbei“, wie er selbst sagt.

General Peter Schelzig

Nicht mehr lang der Jüngste: General Peter Schelzig

Während der Schulzeit habe ich nie daran gedacht, als Berufssoldat zur Bundeswehr zu gehen. Ich habe statt dessen mit dem Gedanken gespielt, Fußballer zu werden und war auch mal bei einem Probetraining bei 1860 München. Aber die Chancen, dort jemals wirklich zur Mannschaft zu gehören, waren mir zu vage. Erst als ich von den damals neugegründeten Bundeswehrhochschulen erfuhr, kam mir die Idee, eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Denn ich wollte studieren, das Geld war knapp, zum Wehrdienst mußte ich sowieso – es war also eine ziemlich rationale Entscheidung. Der Entschluß, ausgerechnet zur Luftwaffe zu gehen, kam jedoch eher aus dem Bauch. Das erschien mir attraktiver als Heer oder Marine. Nein, da gab es für mich keine Frage: Luftwaffe mußte es schon sein.

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Wie wird man eigentlich … Sternekoch, Vincent Klink?

Verfasst von christophkoch am 27. Juni 2005

Vincent Klink brachte die „Nouvelle Cuisine“ nach Deutschland. Inzwischen hat sich der Meisterkoch mit seinem Stuttgarter Restaurant „Wielandshöhe“ aber nicht nur einen hervorragenden Ruf und einen Michelinstern erarbeitet, sondern auch eine klassische Küche mit schwäbischen und mediterranen Einflüssen.

Mein Elternhaus hat auf zweierlei Weise eine wichtige Rolle für meinen heutigen Beruf gespielt: Zum einen wurde bei uns Zuhause viel und begeistert gekocht – und eben nicht nur von meiner Mutter, sondern auch von meinem Vater. Der war zum anderen Tierarzt und deshalb häufig bei den Bauern in der Umgebung. Ich bin da als Kind oft mitgefahren und so schon früh mit Tieren in Berührung gekommen, aber eben auch mit Dingen wie Hausschlachtungen und der ursprünglichen Zubereitung von Lebensmitteln.

Klink

Als Jugendlicher wäre ich gerne Graphiker geworden oder Maler. Aber das hat mein Vater regelrecht verboten – und ich gehöre ja noch zu einer Generation, wo man folgt, wenn die Eltern etwas sagen. Er sprach immer von „brotloser Kunst“ – und vermutlich hatte er insofern Recht, als daß es wirklich kaum arbeitslose Köche gibt. Irgend jemand hat immer Hunger. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wie wird man eigentlich … Entwicklungshelfer, Rupert Neudeck?

Verfasst von christophkoch am 27. September 2004

Rupert Neudeck, 64, gründete 1979 mit Hilfe von Heinrich Böll und Franz Alt die Hilfsorganisation „Cap Anamur“ und war jahrzehntelang ihr Vorsitzender. Mit dem gleichnamigen Schiff rettete er Tausenden von Flüchtlingen das Leben, jetzt hat er die Organisation verlassen und eine neue gegründet – die Grünhelme. Mit dieser an Kennedys „Peace Corps“ erinnernde Gruppe will der gläubige Katholik und dreifache Vater junge Christen und Muslime durch gemeinsame Hilfsarbeit zusammenführen.

Rupert Neudeck

Lebensretter: Rupert Neudeck

Im Grunde ist bereits meine Kindheit entscheidend gewesen für meine Tätigkeit als Entwicklungshelfer. Als Sechsjähriger befand ich mich mit meinen Eltern auf der Flucht von Danzig nach Westen. Im Januar 1945 kamen wir in Gdingen an, das heute Gdynia heißt, damals aber noch den Nazi-Namen Gotenhafen trug. Wir kamen zwei Stunden zu spät, um das Schiff „Wilhelm Gustloff“ zu erreichen, das uns in die Freiheit bringen sollte, statt dessen dann aber in den Fluten der Ostsee versank. Wer zu spät kommt, den belohnt manchmal also doch das Leben. Die Erinnerungen an das Flüchtlingselend und die grausamen Bilder begleiten mich bis heute. Und da uns Deutschen nach dem Krieg so geholfen wurde, habe ich das als Verpflichtung gesehen, später anderen Menschen zu helfen, die dringend Hilfe und Unterstützung nötig haben.
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