Mit ‘Freundschaft’ verschlagwortete Einträge
Verfasst von christophkoch am 15. Januar 2009
Fürs neue Jahr werden immer wieder gute Vorsätze gefasst. Wie wär’s denn mal mit dem: Ich treffe mich nur noch mit Leuten, die mir wirklich wichtig sind!
„Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber wir müssen reden.“ Nein, so geht es auf gar keinen Fall. „Ich habe in letzter Zeit viel nachgedacht, auch über uns beide.“ Oh Gott, das klingt ja wie in einem schlechten Film! Vielleicht besser ganz sachlich? „Es ist nicht mehr so wie früher. Wir sollten uns nicht mehr sehen.“ Irgendwie geht das auch nicht. Aber wie denn dann?
Wer denkt, eine Liebesbeziehung zu beenden sei schwierig, möge bitte einmal versuchen, eine langjährige Freundschaft aufzulösen. Denn einen Liebhaber oder eine Geliebte abzuservieren, ist ein Picknick im Park – verglichen mit der Aufgabe, den Stecker aus einer Freundschaft zu ziehen.
Fast jeder stand schon vor diesem Problem: Man kennt den anderen lange, hat viel miteinander durchgemacht, gute Zeiten erlebt. Aber jetzt fühlen sich die Anrufe des alten Freundes wie eine Wurzelkanalbehandlung beim Zahnarzt an. Und die Verpflichtung, sich mal wieder zu melden, belastet wie der wachsende Berg Altpapier, der längst hätte weggebracht werden müssen, oder wie der seit Wochen überfällige Brief ans Finanzamt. Trotzdem: Eine klare Aussprache erscheint grauenvoll. Müsste man sich entscheiden, würde man in der Regel lieber das Land verlassen, als dem anderen offen zu erklären, dass und warum man keine Lust mehr hat, gemeinsam Zeit zu verbringen. Warum bloß fällt es so schwer, sich einzugestehen und auszusprechen, dass eine Freundschaft ihr Verfallsdatum überschritten hat?
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Verfasst von christophkoch am 27. August 2008
Jeder kennt Zombiefreunde: Leute, mit denen man eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte, die einen aber durch soziale Netzwerke wie Facebook, Myspace oder Xing nach Jahren wiederfinden und einem die längst verjährte Freundschaft nachtragen wie ein Hund einen besabberten Tennisball. Ein Interview mit einem der Schuldigen, die uns das alles eingebrockt haben.
Viele Menschen beschweren sich, dass sie durch Facebook von Leuten gefunden werden, mit denen sie nichts mehr zu tun haben wollten. Entschuldigt ihr euch bei denen?
Komm, so schlimm ist es doch auch nicht. Man muss ja Freundschaftsangebote nicht annehmen.
Aber dann gilt man als Snob und muss beim nächsten Klassentreffen in der Ecke sitzen.
Da gibt es einen Trick: Du kannst das Freundschaftsangebot annehmen und jene in deiner Freundesliste, die dir nicht wichtig sind, in einen Eimer schmeißen.

Einen Eimer?
Ja, ein Gefäß, das du etwa »Alte Freunde« nennst. Für jeden Eimer stellst du ein, ob sie deine Bilder sehen dürfen und die Updates in deinem Profil. Dann sehen Leute, mit denen du nichts zu tun haben willst, wenig von dem, was du auf Facebook treibst, deine echten Freunde alles. Das ist doch sehr effizient.
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Veröffentlicht in Neon | Verschlagwortet mit : Facebook, Freundschaft, Interview, Javier Olivan, Klassentreffen, MySpace, Neon, Social Networks, Xing, Zombiefreunde | 1 Kommentar »
Verfasst von christophkoch am 5. Juli 2008
Der BÜROFREUND verschönert jeden Arbeitsalltag: Er lästert beim Feierabendbier über Vorgesetzte, spielt Streiche mit der Telefonanlage und macht sogar das Kantinenessen erträglich. Aber Vorsicht: Jede Bürofreundschaft birgt Gefahren.
Es ist wieder spät geworden. Als die letzte Mail verschickt ist, sind in den meisten anderen Büros schon die Lichter gelöscht, die Kollegen nach Hause gegangen. Um jetzt noch was zu unternehmen, jemanden anzurufen, ob er heute Abend schon etwas vorhat, ist es eigentlich zu spät. Aber nach Hause gehen ist auch langweilig. Sonst hätte man ja das Gefühl, nur noch für den Job zu leben. Gut dass Fabian auch gerade seinen Rechner runterfährt, wie die Abmeldemelodie seines Computers zwei Türen weiter verrät. »Trinken wir noch ein Bier?« Klar trinken wir noch ein Bier. Mann, war das wieder ein Tag …
Fast jeder – wenn er nicht wie der Autor dieses Textes seine Arbeit unrasiert in einem Unterhemd am heimischen Schreibtisch verrichtet – hat einen Fabian in seinem Leben. Einen Bürokumpel. Einen Office- Buddy oder eine Lieblingskollegin. Der Office-Buddy ist nicht nur derjenige, mit dem man einen angebrochenen Abend in einer Bar zu Ende bringt, die nicht richtig gut ist, aber eben eine Straße neben dem Büro liegt. Er ist auch derjenige, der mittags seinen Kopf durch die Tür streckt und fragt »Kantine?«, und neben den man sich in Meetings oder Konferenzen setzt, um sich in besonders langweiligen Phasen Zettel zu schreiben, auf denen Dinge stehen wie »Geil, wie der Kopf von Steininger im mer nach unten sackt« oder »Wer sagt dem Chef, dass Thomas Gottschalk angerufen hat und seine Klamotten zurück will?«. Während man von vielen anderen Kollegen nicht einmal weiß, in welchem Stadtteil sie wohnen, war man beim Bürokumpel schon ein paarmal zu Besuch und weiß, welche Bilder dort an der Wand hängen, dass er in seiner Freizeit in einer erfolglosen Deutschpunkband namens »Die Böschung« Bass spielt und eine Allergie gegen Erdnüsse hat.
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Verfasst von christophkoch am 21. Februar 2008
Die FERNFREUNDSCHAFT ist komplizierter als die Fernbeziehung: Man heult seltener am Telefon und verdächtigt den anderen nicht ständig der Untreue. Doch dafür lebt man sich Schritt für Schritt auseinander. Unsere Autoren, selbst erfahrene Long-Distance-Freunde, raten: einfach mal über alles schreiben.
Berlin, 2. 11. 2007
Mein lieber Atze, nach drei Wochen USA-Reise mit J. bin ich nun wieder zurück in Berlin. Unausgeschlafen, aber guter Dinge. Die Reise war vermutlich die beste aller Zeiten – wie Flitterwochen, nur ohne das lästige Altargedöns vorneweg. Trotzdem habe ich eines vermisst: unsere Sonntagabendtelefonate.
Ich weiß gar nicht mehr, wann und wie sich diese schöne Regelmäßigkeit eingestellt hat, aber meine innere Uhr ist inzwischen perfekt auf das Tatort-Ende am Sonntagabend justiert. Zum Abschluss des Wochenendes, bevor es wieder in eine neue Runde auf dem Karussell geht, noch einmal kurz innehalten und besprechen, was gerade anliegt. Kleines und Großes. Schönes und Nerviges. Wichtiges und Unwichtiges. Jobsorgen und Liebesglück. Reisepläne und Saufgeschichten.
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Verfasst von christophkoch am 21. August 2007
Während Ursula von der Leyen noch so tut, als müsse man mit Geldgeschenken für einen Bewusstseinswandel der Gesellschaft kämpfen, ist diese längst viel weiter: Fortpflanzung ist so cool geworden, dass man sich ohne Säugling kaum noch auf die Straße traut. Doch Eltern können auch nerven. Der offene Brief eines Nachwuchslosen.
Liebe Eltern!
Seid fruchtbar und mehret euch« – ihr habt genau das getan. Das ist ohne Zweifel mutig – und es gebühren euch Glückwünsche, Lob und bewundernde Blicke. In Zeiten von individualistischen Singles mit Riesenegos statt Opferbereitschaft nehmt ihr Verantwortung auf euch und monatelangen Schlafentzug in Kauf. Ihr seid Helden, klarer Fall. Und wir – diejenigen ohne Kinderwagen, Spucktuch und seligen Mutterglanz in und Ringe unter den Augen – nur neidisch und verbittert. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die wir euch einmal sagen wollen. In aller Freundschaft.
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Verfasst von christophkoch am 5. Juli 2005
Schauspielerin Natalie Press spricht über erlaubtes Flunkern, Lügen aus Langeweile und die Ehrlichkeit von Politikern
Natalie Press gilt als eine der besten Nachwuchsschauspielerinnen Englands. Sie drehte bereits mit Ralph Fiennes und Penelope Cruz. In dem sehenswerten Film „My Summer of Love“, der gerade ins Kino gekommen ist, spielt die 23-jährige Londonerin ihre erste Hauptrolle: Mona, ein Mädchen aus der Unterschicht, das mit der wohlhabenden Tamsin eine Freundschafts- und Liebesbeziehung eingeht. Diese amour fou dauert einen brütend heißen Sommer lang an, bevor sie mit einer großen Enttäuschung endet. Ein Interview über das Lügen.
Hast du es als Schauspielerin leichter, weil du auch im echten Leben besser lügen kannst als andere?
Jeder hat doch so kleine Tricks, dafür muss man kein Schauspieler sein. Ich weiß auch nicht, ob es richtig ist, Ehrlichkeit immer als größte aller Tugenden hochzuhalten. Du kannst auch ehrlich sein und es macht dich zum Arschloch. Weil die Person in dem Augenblick vielleicht gerade etwas anderes gebraucht hätte.

Ab und zu flunkern ist also erlaubt. Wo ist für dich die Grenze?
Wenn ich bei einem Casting zum Beispiel so tue, als sei ich Schottin, um eine schottische Rolle zu bekommen, finde ich das nicht verwerflich. Wenn ich aber behaupte, meine Mutter wäre gestorben, nur um eine Waise spielen zu dürfen – das finde ich krank. Aber es gibt Kollegen, die tun das.
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Verfasst von christophkoch am 26. April 2005
Die große Liebe ist nicht in Sicht? Keine Lust auf die Jagd nach One-Night-Stands? Aber trotzdem Interesse an regelmäßigem Sex? Wir hätten da einen Vorschlag – ein Loblied auf die Affäre.
Liebe Kundin, lieber Kunde!
Herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich für eine Affäre entschieden. Ganz egal, ob Sie in jüngster Zeit von der großen Liebe enttäuscht wurden, nur für einen begrenzten Zeitraum in eine neue Stadt gezogen sind oder sich aus anderen Gründen nicht zu fest binden wollen – wir sind überzeugt, dass Sie sich als Affärenbenutzer bald so wohl fühlen, dass Sie sich nie wieder etwas anderes wünschen werden. Unsere neue, verbesserte Affäre ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit in unseren Labors und Testwerkstätten und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen gewonnen. Im Gegensatz zu den früheren Modellen ‘Beziehung’ (unflexibel, wartungsintensiv, kostspielig) oder ‘One-Night-Stand’ (aufwendig, unberechenbar, voller Gesundheitsrisiken) bietet die Affäre alle Vorteile, die Sie als aufgeschlossener Mensch von einem modernen Lebensentwurf erwarten können.
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Veröffentlicht in Neon | Verschlagwortet mit : Affäre, Beziehung, Ehe, Familie, Frühstück, Freundschaft, Handy, Kondome, Kunde, Liebe, One Night Stands, Sex, Treffen | 2 Kommentare »