Mit ‘Internet’ verschlagwortete Einträge
Verfasst von christophkoch am 31. Januar 2009
Wenig fühlt sich so gut an, wie einem FORTSCHRITTSBALKEN auf dem Bildschirm zuzusehen. Warum wir dieses Symbol im Leben noch viel öfter bräuchten – und warum Sanduhr und Farbkreisel die Hölle sind.
Fortschritt ist gut. Manche Leute sehen das anders – aber der Fortschritt lässt sich davon zum Glück nicht aus der Ruhe bringen. Und
schreitet fort. Am liebsten ist er mir dann, wenn ich ihn nicht aus der Ferne beobachten muss wie bei Rasierern, die jedes Jahr eine Klinge mehr haben, oder Spülmaschinentabs, die inzwischen bei »7 in 1« angekommen sind. Nein, am liebsten ist mir der Fortschritt, wenn ich ihn direkt vor Augen habe. So wie gerade in diesem Moment. Während ich diesen Text schreibe, brenne ich einem guten Freund eine DVD mit neuen Folgen der Hammerserie »Californication«. Das Brennprogramm zeigt mir mit einem sogenannten Fortschrittsbalken an, wie weit seine Arbeit gediehen ist. 68 Prozent … 69 … 70 … der Balken wächst – und während mir das Schreiben mittelgute und der Gedanke an die Serie sehr gute Laune machen, merke ich, wie von dem langsam wachsenden Fortschrittsbalken ein Gefühl tiefster Befriedigung auf mich übergeht. Mein Körper lässt die Dopaminkorken knallen, ein zufriedenes Grinsen schwebt auf mein Gesicht.
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Veröffentlicht in Neon | Verschlagwortet mit : Arbeit, Bildschirm, Computer, Fabrikbesitzer, Farbrad, Fortschritt, Fortschrittsbalken, Internet, Mac, Patent, PC, Progress Bar, Sanduhr, Software, Symbol | 2 Kommentare »
Verfasst von christophkoch am 13. Januar 2009
„Gossip Girl“ ist nicht nur die beste TV-Serie seit langem – sie hat auch die Macht der Einschaltquoten gebrochen. Doch Geld verdienen muss sie trotzdem.
Schon bevor „Gossip Girl“, die Hochglanzfernsehserie über das Leben reicher New Yorker Teenager an einer exklusiven Privatschule, überhaupt ausgestrahlt wurde, war die Spannung größer als der Central Park. Handelte es sich doch nicht nur um die Verfilmung einer millionenfach verkauften Bestseller-Buchreihe, sondern auch um das neue Projekt von Josh Schwartz, dem Kopf hinter dem Quotenerfolg „O.C. California“. Doch als „Gossip Girl“im vergangenen Herbst startete, waren die Einschaltquoten katastrophal. Die meisten Folgen lockten durchschnittlich 2,5 Millionen Zuschauer vor den Fernseher – gerade mal die Hälfte von dem, was bei den meisten anderen Serien schon reicht, um den Stecker zu ziehen. Denn bisher interessierten sich die amerikanischen Senderchefs nur für eines: Stimmt die Quote? Jeden Herbst schicken sie aufs neue Dutzende von Shows ins Rennen, nur die wenigsten kommen jedoch über eine Pilotfolge oder eine halbe Staffel hinaus. Schnell wird der Saft abgedreht, die Kulissen weggeräumt. Bitte alle nach Hause gehen, nächste Woche produzieren wir hier eine neue, kostengünstige Quiz-Show.

Chuck Bass (rechts): Der stets farbenfroh gekleidete Schurke, der nur das eine will.
Am Ende der letzten Fernsehsaison stand „Gossip Girl“ auf Platz 150 von 161 Serien des Abendprogramms und war somit eigentlich ein sicherer Kandidat für die Abschussliste seines Senders „The CW“, eine Tochter von CBS und Warner. Niemand konnte sich erklären, warum die Quoten so schlecht waren – denn die Serie war nicht nur bei kreischenden Teenagern beliebt, sondern trotz ihrer vermeintlich seichten Thematik auch bei Kritikern und anderen Erwachsenen. Das New York Magazine pries die Serie, die 2009 bei ProSieben laufen soll, als „bestes Teenagerfernsehen aller Zeiten“ und lobte Modernität, Geschwindigkeit und Gesellschaftskritik. Und in der Tat: Wer einmal eingetaucht ist in den Kosmos aus Intrigen und It-Bags, in das Ringen um Popularität und den ersten Geschlechtsverkehr, in eine Serie, die New York als Stadt zelebriert wie seit „Sex and the City“ keine mehr – der wird schnell süchtig und wartet begierig auf die nächste Folge. Die nüchterne New York Times fragt: „Wie kann man eine Sendung im Programm haben, über die mehr gesprochen wir als über fast alle anderen – und trotzdem keine Einschaltquoten damit erzielen?“
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Veröffentlicht in Süddeutsche | Verschlagwortet mit : Blog, CBS, Einschaltquote, Fernsehserie, Gossip Girl, Internet, Josh Schwartz, New York, O.C. California, Product Placement, Quoten, Schleichwerbung, Serena, Serie, Teenager, The CW, US-Fernsehen, Waldorf, Warner, Werbeblock, Werbung | 2 Kommentare »
Verfasst von christophkoch am 21. Dezember 2008
Veröffentlicht in Wollt grad sagen | Verschlagwortet mit : 2008, Advent, Blogs, Cake Wrecks, Charts, Gawker, Indexed, Internet, Liste, Niggemeier, Nothing For Ungood, Popmoderne, Stereogum, Stuff White People Like | 3 Kommentare »
Verfasst von christophkoch am 2. Oktober 2008
Gleich zwei neue Folgen meiner Kolumne zum Thema „Moderne Etikette“ gibt es auf stern.de zu lesen. Die eine Folge beschäftigt sich mit dem Thema, wie man in der Anfangsphase einer Beziehung mit all den Online-Communitys umgeht, in deren Profilen man sich auf einen Beziehungsstatus festlegen muss. Singler? Vergeben? Verliebt, verlobt, verheiratet?
„Es gab Zeiten, da mussten wir uns nur im echten Leben um unseren Beziehungsstatus sorgen. Als sei das nicht schon schwer genug, nötigt einen das Internet inzwischen, öffentlich zu erklären, wie verliebt, verlobt oder verheiratet man gerade ist. Wer nicht mehr ganz „Single“, aber auch noch nicht so richtig „vergeben“ ist, hat es da oft schwer.“
In der anderen Folge geht es um Grüße aus der Ferne. Beziehungsweise um die Debatte, ob eine kurze Urlaubs-SMS „Viele Grüße aus Illinois. Hier ist es super, denke an Euch! Piffpaff, Euer Justus“ nun eine Frechheit ist oder eine nette Geste. Ob man handschriftliche Kartengrüße und umständliches Briefmarkenbesorgen als Zuhausegebliebener erwarten kann – oder ob man damit nicht jedem Reisenden seinen wohlverdienten Urlaub vergällt.
„Schreibst du mir eine Karte?“, ist das erste, was jeder zu hören bekommt, der sich in die Ferien verabschiedet. Ganz gleich, ob er nach Buxtehude oder nach Bali verreist. Dabei sind Postkarten der Todesstoß für jeden Urlaub.“
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Verfasst von christophkoch am 3. September 2008
Neben den Hoteltests gibt es seit dieser Woche auf stern.de noch eine weitere Kolumne: „Knigge 2.0″, eine Anleitung für besseres Benehmen in unseren modernen Zeiten. Zwischen Internet-Liebe, Kondolenz-SMS und Gesäßtätowierungen vergisst man leicht, dass das Zusammenleben ja nur dann erträglich wird, wenn sich alle ein bisschen zusammenreißen. Und weniger rumnerven. „Aber das ist doch selbstverständlich, dass ich in der U-Bahn nicht meinen Rucksack auf dem Rücken behalte und mich damit ständig so hin und herdrehe, dass andere Leute Nasenstüber und Kinnhaken bekommen“. Nun ja, für manche ist das weniger selbstverständlich – und bei vielen Fragen herrscht komplette Verwirrung: Sind SMS aus dem Urlaub an die Daheimgebliebenen eine Frechheit? Was mache ich mit meinen Online-Profil einer Internet-Community, wenn ich frisch verliebt bin? Und so weiter und so fort. Alles nicht so wahnsinnig ernst gemeint – und auf keinen Fall ein ein biederer Business-Knigge für Leute, die immer alles richtig machen wollen.
In der ersten Folge geht es passenderweise darum, wie man in der neuen Firma Einstand feiert oder sich aus der alten verabschiedet. Lesen kann man sie hier.
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Verfasst von christophkoch am 9. Juni 2007
Fernsehen, wann man will und was man will: wie Internet und DVD-Boxen das Zuschauen verändern

Malte war noch nie gut im Warten. Er wird deshalb am Montag früher aufstehen als sonst. Er wird seinen Computer anschalten, Kaffee aufsetzen und im Internet die letzte, die allerletzte Folge seiner Lieblingsserie „Die Sopranos“ herunterladen. In der Nacht zum Montag wird das lang erwartete „Season Finale“ in den USA ausgestrahlt, wenige Stunden später wird es als Videodatei im Netz stehen. Niemand weiß, wann und ob die Ausstrahlung in Deutschland erfolgen wird, aber das ist Malte auch egal. Er „saugt“ Videos aus dem Netz, vorwiegend komplette Staffeln von US-Serien: „Sopranos“, „24″, „Grey’s Anatomy“ oder den neuesten Quotenschlager „Heroes“.
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Verfasst von christophkoch am 5. Juni 2006
In San Francsico findet Ende der Woche zum ersten Mal eine Konferenz zum Thema „Sex in Videospielen“ statt. Die Eröffnungsrede hält Regina Lynn (35) Sex-Kolumnistin des Magazins Wired.com. Sie ist außerdem Autorin des Buches „The Sexual Revolution 2.0“. Wir sprachen mit ihr über Liebe und Sex in Onlinespielen.
Vielleicht habe ich zu lange keine Computerspiel mehr gespielt, aber das letzte Mal, als ich dort auf Sex stieß, musste ich zermürbende Pokerpartien ertragen, um irgendwann die Brüste einer pixeligen Zeichentrickfigur zu sehen.
Seitdem hat sich natürlich schon einiges getan (lacht). Aber Strip Poker ist eine Variante der Sexspiele: Man spielt für sich alleine, löst Aufgaben oder Rätsel und wird dafür mit Erotik belohnt.
Gegenüber DVDs und Internetpornos klingt das mühselig. Wo liegt der Reiz?
In der Unvorhersehbarkeit. Wer sich einen Pornofilm ansieht, weiß, was ihn erwartet, selbst wenn er den Film noch nicht kennt. In den Spielen muss man sich Dinge verdienen, man wird überrascht, manchmal hingehalten. Als Internetpornos Anfang der Neunziger auftauchten, war für mich und viele andere, die Suche der größte Reiz: Man musste lange stöbern, um das zu finden, worauf man scharf war.
Mittlerweile findet man auch dann Pornoseiten, wenn man eigentlich etwas ganz anderes sucht . . .
. . . (lacht) ja, und unsere E-Mail-Eingänge sind auch voll damit.
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