Mit ‘Wie wird man’ verschlagwortete Einträge
Verfasst von christophkoch am 8. Juli 2008
Gordon Hempton, 55, lebt im Olympic National Park in der Nähe von Seattle, bezeichnet sich selbst als „Soundtracker“ und nimmt Geräusche auf. Was anfangs als eine Leidenschaft für die Stille der Natur begann, wird inzwischen von Firmen wie Microsoft sehr gut bezahlt.

Gordon Hempton
Ein Gehörsturz ist wohl das Schlimmste, was jemandem passieren kann, der sein Geld damit verdient, Geräusche zu sammeln. Vor etwa fünf Jahren hatte ich einen. Ich suchte zahlreiche Ärzte auf, die allesamt keinen Rat wussten, und es dauerte insgesamt 18 Monate, bis ich mein Gehör vollständig wiederhatte. In dieser Zeit war ich nicht nur arbeitslos und stand vor dem finanziellen Ruin, sondern war auch emotional völlig am Ende. Was sollte ich mit meinem Leben anfangen, wenn ich statt der Naturgeräusche, die ich so liebte, nur noch ein Pfeifen hören konnte?
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Verfasst von christophkoch am 13. Dezember 2007
Wo auch immer er an der Tür klingelt – Bernd Willers, 55, ist überall ein gern gesehener Gast. Denn er informiert die Gewinner der Westdeutschen Lotteriegesellschaft (Westlotto) über die Höhe ihres Gewinns – und berät sie, wie sie mit dem vielen Geld am besten umgehen.
Offiziell nennt man meinen Beruf ja „Gewinnerberater“. „Glücksbote“ klingt so märchenhaft, dabei geht es ja um ganz reales Geld – und darum, wie es das Leben von Menschen urplötzlich verändern kann. Nach der Schulausbildung habe ich eine Lehre bei einer großen Bank mit Abschluss als Bankkaufmann gemacht, und danach ein BWL-Studium absolviert. Die Anstellung bei West-Lotto war meine erste Berufstätigkeit, ich bin dort inzwischen seit über 30 Jahren tätig. Wenn ich ehrlich bin, hat mich das Exotische der Branche gereizt. Aufgrund des derzeit geltenden Lotterierechts und des staatlichen Glücksspielmonopols gibt es ja nur eine begrenzte Anzahl von Lotterieunternehmen in Deutschland. Da ist es schon interessant bei einem dieser Unternehmen tätig zu sein. Ich finde auch, Menschen in ihren Träumen und bei deren Realisierung zu unterstützen, ist eine sehr reizvolle Aufgabe.

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Verfasst von christophkoch am 18. Juni 2007
Über 60 Jahre hat Elisabeth Müller inzwischen am Theater verbracht – davon die meiste Zeit als Souffleuse am Berliner Maxim-Gorki-Theater.

Auch wenn die 75-Jährige inzwischen nur noch einige Vorstellungen pro Monat souffliert, merkt man, dass Elisabeth Müller nach wie vor zur großen Familie der berühmten Berliner Bühne gehört. In der Theaterkantine hat sie eine eigene Tasse mit ihrem Vornamen drauf (Wenn auch ein scheußliches Ding), und alle paar Minuten bleibt jemand an ihrem Tisch stehen, um sie – Ach Mensch, die Betti! – zu begrüßen.
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Verfasst von christophkoch am 27. Juni 2005
Kurzzeitig wollte er es auch mal im Profifußball versuchen. Aber dann wurde Peter Schelzig 2003 mit 48 Jahren zum jüngsten General der Bundeswehr. Seit 1. März ist er nur noch der zweitjüngste, „aber irgendwann ist ja alles mal vorbei“, wie er selbst sagt.

Nicht mehr lang der Jüngste: General Peter Schelzig
Während der Schulzeit habe ich nie daran gedacht, als Berufssoldat zur Bundeswehr zu gehen. Ich habe statt dessen mit dem Gedanken gespielt, Fußballer zu werden und war auch mal bei einem Probetraining bei 1860 München. Aber die Chancen, dort jemals wirklich zur Mannschaft zu gehören, waren mir zu vage. Erst als ich von den damals neugegründeten Bundeswehrhochschulen erfuhr, kam mir die Idee, eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Denn ich wollte studieren, das Geld war knapp, zum Wehrdienst mußte ich sowieso – es war also eine ziemlich rationale Entscheidung. Der Entschluß, ausgerechnet zur Luftwaffe zu gehen, kam jedoch eher aus dem Bauch. Das erschien mir attraktiver als Heer oder Marine. Nein, da gab es für mich keine Frage: Luftwaffe mußte es schon sein.
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Verfasst von christophkoch am 27. Juni 2005
Vincent Klink brachte die „Nouvelle Cuisine“ nach Deutschland. Inzwischen hat sich der Meisterkoch mit seinem Stuttgarter Restaurant „Wielandshöhe“ aber nicht nur einen hervorragenden Ruf und einen Michelinstern erarbeitet, sondern auch eine klassische Küche mit schwäbischen und mediterranen Einflüssen.
Mein Elternhaus hat auf zweierlei Weise eine wichtige Rolle für meinen heutigen Beruf gespielt: Zum einen wurde bei uns Zuhause viel und begeistert gekocht – und eben nicht nur von meiner Mutter, sondern auch von meinem Vater. Der war zum anderen Tierarzt und deshalb häufig bei den Bauern in der Umgebung. Ich bin da als Kind oft mitgefahren und so schon früh mit Tieren in Berührung gekommen, aber eben auch mit Dingen wie Hausschlachtungen und der ursprünglichen Zubereitung von Lebensmitteln.

Als Jugendlicher wäre ich gerne Graphiker geworden oder Maler. Aber das hat mein Vater regelrecht verboten – und ich gehöre ja noch zu einer Generation, wo man folgt, wenn die Eltern etwas sagen. Er sprach immer von „brotloser Kunst“ – und vermutlich hatte er insofern Recht, als daß es wirklich kaum arbeitslose Köche gibt. Irgend jemand hat immer Hunger. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von christophkoch am 27. Oktober 2004
Sein Gesicht kennt fast niemand, seine Stimme beinahe jeder: Oliver Rohrbeck, 37, spricht den Hörspieldetektiv Justus Jonas, der in der Jugendserie „Die Drei ???“ schon über 100 Kriminalfälle gelöst hat. Im Fernsehen ist er als Richard Fish in „Ally McBeal“ zu hören, im Kino als die deutsche Stimme des Schauspielers Ben Stiller. Insgesamt hat er schon Hunderten von Rollen seine Stimme geliehen.

Hat schon auf zu viele Handymailboxen sprechen müssen: Oliver Rohrbeck alias Justus Jonas
Angefangen hat es mit dem Synchronisieren von Filmen. Mit sieben Jahren habe ich den Walt-Disney-Film „Pinocchio“ synchronisiert, zusammen mit Harald Juhnke als Kater und Georg Thomalla als Heuschrecke Ich konnte damals noch gar nicht richtig lesen und Juhnke hat mich auf einen Barhocker gesetzt und mir jeweils meinen nächsten Satz vorgelesen. Dann hat er gesagt: „Paß up! Den Satz, den ick dir jetzt jesacht hab, den sachste, wenn ick dir tippe“. Im richtigen Moment hat er mich angetippt, ich hab hochgeguckt zur Leinwand und meinen Text gesprochen. Neben Filmen habe ich auch Fernsehserien synchronisiert, zum Beispiel „Die Fünf Freunde“. Damals war ich ungefähr elf und nachdem wir auch die Hörspiele zur Serie aufgenommen hatten, fragte die EUROPA-Regisseurin Heikedine Körting, ob ich Lust hätte, eine ganz neue Hörspielserie mitzumachen. Es handelte sich um „Die Drei ???“, und ich habe zugesagt.
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Verfasst von christophkoch am 27. September 2004
Rupert Neudeck, 64, gründete 1979 mit Hilfe von Heinrich Böll und Franz Alt die Hilfsorganisation „Cap Anamur“ und war jahrzehntelang ihr Vorsitzender. Mit dem gleichnamigen Schiff rettete er Tausenden von Flüchtlingen das Leben, jetzt hat er die Organisation verlassen und eine neue gegründet – die Grünhelme. Mit dieser an Kennedys „Peace Corps“ erinnernde Gruppe will der gläubige Katholik und dreifache Vater junge Christen und Muslime durch gemeinsame Hilfsarbeit zusammenführen.

Lebensretter: Rupert Neudeck
Im Grunde ist bereits meine Kindheit entscheidend gewesen für meine Tätigkeit als Entwicklungshelfer. Als Sechsjähriger befand ich mich mit meinen Eltern auf der Flucht von Danzig nach Westen. Im Januar 1945 kamen wir in Gdingen an, das heute Gdynia heißt, damals aber noch den Nazi-Namen Gotenhafen trug. Wir kamen zwei Stunden zu spät, um das Schiff „Wilhelm Gustloff“ zu erreichen, das uns in die Freiheit bringen sollte, statt dessen dann aber in den Fluten der Ostsee versank. Wer zu spät kommt, den belohnt manchmal also doch das Leben. Die Erinnerungen an das Flüchtlingselend und die grausamen Bilder begleiten mich bis heute. Und da uns Deutschen nach dem Krieg so geholfen wurde, habe ich das als Verpflichtung gesehen, später anderen Menschen zu helfen, die dringend Hilfe und Unterstützung nötig haben.
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