Christoph Koch

Wollt grad sagen.

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Kettcar im Interview: „Mein Berlinhass ist deutlich milder geworden“

Verfasst von christophkoch am 17. Mai 2008

Album-Charts, Tagesthemen, ausverkaufte Tourneen – klammheimlich wurde aus Kettcar, die vor zwei Alben auf dem selbstgegründeten Indielabel Grand Hotel Van Cleef als Geheimtipp gehandelt wurden, eine der wichtigsten deutschen Bands. Jetzt kommen sie wieder – und benennen ihr Album nach der wichtigsten deutschen Insel. Kann das gutgehen? Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch über den Sylt-Reflex, seine Liebe zu Hamburg und den schönsten Ort Berlins, ach Quatsch: der Welt.

Ihr neues Album heißt „Sylt“ – soll jetzt nach den Indiekids aus dem Schanzenviertel die Jeunesse Dorée von Westerland erobert werden?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir uns bei dem Namen „Sylt“ viel weniger gedacht haben, als da jetzt hineininterpretiert wird. Wir wollten nach „Du und wie viel von Deinen Freunden“ und „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ einen möglichst kurzen und verstörenden Titel haben. Und dann kam Reimer eben mit „Sylt“ um die Ecke.

Was ein sehr aufgeladener Name ist…
Das stimmt, es gibt niemanden, der nichts denkt, wenn er dieses Wort hört. Ich denke zum Beispiel an prolligen Reichtum. Sie denken vielleicht an eine schöne Insel. Ein anderer denkt an das Meer, das jedes Jahr ein Stück von der Insel wegfrisst, an ein modernes Atlantis. Aber das hat alles nichts mit dem Album zu tun.

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Schade. Keine Songs darüber, wie man mit dem Porsche bei Gosch vorfährt.
Wir wollten Songs schreiben über neoliberale Zumutungen und Zustände, die gerade besonders viele Leute angehen. Uns war schnell klar, dass wir eine Platte machen wollten, die nicht einverstanden ist.

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Zoot Woman: jetzt endlich mit Frau

Verfasst von christophkoch am 19. März 2008

Für Konzerte durfte sie schon immer mal mit auf die Bühne klettern, doch mit dem dritten Album (Arbeitstitel: „Things Are What They Used To Be“) ist Beatrice Hatherley zum vollwertigen Bandmitglied aufgestiegen. Damit niemand den Überblick verliert, ein kurzes „Wer ist wer bei Zoot Woman?“

Stuart Price
Der klassisch geschulte Pianist erfand Zoot Woman bereits 1995, hatte danach mit seinem Soloprojekt „Les Rhytmes Digitales“ jedoch so großen Erfolg, dass es bis 2001 dauerte, bis das erste Zoot-Woman-Album erschien. Auch danach wurde es ihm nicht leichter gemacht, sich auf die Band zu konzentrieren: Madonna verpflichtete ihn als Leiter ihrer „Drowned World“-Tour und später für ihr Album „Confessions On A Dancefloor“. In einem Interview erinnert sich Price an die Manieren der Pop-Diva: „Sie ist ein perfekter Gast, nur einmal hat sie Kaffee auf meinen weißen Teppich verschüttet. Aber ich war erstaunt, wie gut sie das – nur mit einem Küchenhandtuch – wieder sauber bekommen hat. Ihre Technik war: nie rubbeln, nur ganz vorsichtig tupfen.“

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„Was bleibt mir anderes übrig, als über Sex zu singen?“

Verfasst von christophkoch am 13. Februar 2008

Auf dem letzten Album der kanadischen Breitwand-Romantiker von den Stars hieß es noch „Your Ex-Lover Is Dead“ und auch das neue Werk spielt im Schlafzimmer: „In Our Bedroom After The War“. Zeit für ein Interview mit dem Sänger Torquil Campbell über Liebe, Sex und Zärtlichkeit.

Auch wenn Eure Texte – gemessen an beispielsweise Hiphop-Lyrics – nie wahnsinnig explizit sind: Ihr macht sehr sexuelle Musik, oder?

Ja, auf jeden Fall. Danke! Ich hoffe sehr, dass wir sexuelle Platten machen. Meine liebsten Pop-Alben handeln auf die eine oder andere Art von Sex.

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Was war noch mal so wichtig an Sex?

Er kann Dinge erschaffen und zerstören. Es kann ein Kind daraus entstehen oder er kann eine Beziehung vernichten. Es ist die eine Sache, die wir alle gemeinsam haben, die so unglaublich dramatisch und lebendig ist. Sex liefert guten Stoff für Geschichten, für menschliche Emotionen und für deshalb auch für Popsongs. Ich bin dieser weiße Typ ohne musikalisches Talent, der Soulplatten machen will (lacht) – was bleibt mir anderes übrig als über Sex zu singen?

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Spritzen-Story

Verfasst von christophkoch am 31. Januar 2008

Warum wir nicht aufhören können, über Pete Doherty zu reden – obwohl dieser womöglich nur eine Erfindung ist

Die Pete-Doherty-Uhr muss Mitte 2005 ihren Weg in die Redaktionsstuben weltweit gefunden haben. Seither müssen eigens dafür beschäftigte Praktikanten mehrmals am Tag die Zeiger der Uhr so umstellen, dass sie den gegenwärtigen Zustand des Babyshambles-Sängers korrekt wiedergeben: „inhaftiert / nicht inhaftiert“, „von Kate Moss getrennt / mit ihr zusammen“ oder „clean / beim Crackrauchen gefilmt“ – so lauten die unterschiedlichen Parameter, die sich gerne auch mehrmals täglich ändern können. Ein bisschen sieht das Ganze aus, wie die Scheibe, die in altmodischen WG-Küchen anzeigt, wer gerade Spüldienst hat. Redaktionen, die zunächst glaubten, auf eine solche Pete-Doherty-Uhr verzichten zu können, wurden alsbald dadurch bestraft, dass sie den Überblick über die Eskapaden der „Skandalnudel“ (Visions) völlig verloren und ihren Lesern stets veraltete Informationen aus den britischen Boulevardblättern abschrieben.

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Doch woher kommt es, dass wir uns alle – vom loyalen Fan Dohertys erster Band Libertines bis zum an Musik völlig Desinteressierten – fesseln lassen vom Schicksal des jungen Mannes mit den traurigen Augen? Nach Neuigkeiten aus seinem Leben zwischen Konzertbühne und Gerichtssaal gieren? Das Geheimnis von Pete Doherty ist, dass er jedem Betrachter eine eigene Projektionsfläche bietet. Der Musikfan kann darüber wehklagen, dass einer der brillantesten Songschreiber der Gegenwart sein Leben den Gulli hinunterspritzt – beziehungsweise von der bösen Presse auf ein amüsantes Drogenwrack-Spektakel reduziert wird. Freunde des Promi-Tratsches können stundenlang darüber philosophieren, was die „Skandalnudel“ (Berliner Morgenpost) und Kate Moss aneinander finden, wer mehr von den gemeinsam gemachten Schlagzeilen profitiert und wer mehr unter der letzten Trennung gelitten hat. Mode-Aficionados diskutieren erregt den Einfluss von Dohertys Stil auf die neue Kollektion von Hedi-Slimane und die Qualität der Designs, die die „Skandalnudel“ (Die Zeit) für das britische Kultlabel Gio-Goi entworfen hat. Und die aufrechten Feinde der Boulevardisierung und Celebrity-Hörigkeit der Medienlandschaft werden geeint in ihrem Hass auf diese „männliche Paris Hilton“, der sie jedes Recht absprechen, überhaupt im Rampenlicht zu stehen: „Der nervt doch nur, dieser Typ“.

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Joy Division: Ruhm posthum

Verfasst von christophkoch am 26. Dezember 2007

Ein Kinofilm, Wiederveröffentlichungen und dutzende Epigonen – 30 Jahre nach ihrer Gründung ist die Band Joy Division präsenter als je zuvor

Der Morgen des 18. Mai 1980 dämmert, über den grauen Reihenhäusern des nordenglischen Macclesfield geht die Sonne auf. Auf dem Plattenteller von Ian Curtis liegt Iggy Pops Platte „The Idiot“. Der blasse 23-Jährige hat sich gerade Werner Herzogs Film „Stroszek“ angesehen, morgen soll er mit seiner Band Joy Division auf eine USA-Tournee gehen, die der Band den Durchbruch bringen könnte. Doch anstatt seinen Koffer zu packen, geht er in die Küche und hängt sich auf.

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„Berlin und Hamburg haben beide voll einen an der Waffel“

Verfasst von christophkoch am 29. August 2007

Sven Dietrich vergleicht in seinem Blog pop64.de seit Jahren Hamburg und Berlin

Auf sehr unterhaltsame Weise lässt der 31-Jährige Haupt- und Hansestadt in Rubriken wie „Fahrscheinkontrolle“, „Kiezgrößen“ oder „Freiluftkinos“ gegeneinander antreten. Der hauptberufliche „Webfuzzi“ (Selbstauskunft) hat lange genug in beiden Städten gelebt, um sie kompetent vergleichen zu können – und uns endlich den genauen Unterschied zu erklären.

pop64.de

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Foodwatch-Interview: „Wir Verbraucher müssen uns zusammenschließen“

Verfasst von christophkoch am 22. August 2007

Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, kämpft für Transparenz auf dem Lebensmittelmarkt. Hier spricht er über ethischen Konsum, den richtigen Preis für Lebensmittel und den Zuckergehalt der Milchschnitte.

Herr Bode, derzeit hört man viel von ethischem Konsum – dass wir alle durch unser Einkaufsverhalten die Welt ändern können. Eigentlich alles super, oder?
Das klingt sehr gut, ist aber leider nicht die Realität. Denn wenn sie „ethisch“ konsumieren wollen, brauchen Sie doch klare Informationen, inwieweit das Produkt ihre Ziele erfüllt. Die haben Sie aber nicht. Inwieweit ein Produkt das Klima schädigt, erfahren Sie zum Beispiel nicht. Dazu kommt: Alle reden vom ethischen Konsum, doch nur wenige handeln danach. In Umfragen sagen meist um die 75 Prozent, dass sie ethisch konsumieren, 25 Prozent tun es tatsächlich – und auch die nicht immer.

Das typische Problem eines Modethemas?
Alle reden von der globalen Erwärmung – einschließlich der „Bild“-Zeitung – aber Geländewagen verkaufen sich trotzdem besser denn je.

Bode

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