Christoph Koch

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Der Smoothies-Vergleich: Können diese Früchte Sünde sein?

Posted by christophkoch - 3. Oktober 2007

Plötzlich trinken alle Smoothies – Flüssigobst in Minigläschen, die allesamt recht austauschbar wirken. Doch die Unterschiede zwischen Furchtpampe und Fruchtpampe sind riesig. Was schmeckt wie – und wer trinkt was? Die große Smoothologie.

Smoothies1
INNOCENT
Cranberry & Himbeere / Erdbeere & Banane / Mango & Maracuja.
Ca. 1,80 EUR, Innocent.

Slogan: Obst zum Trinken.
Kernzielgruppe: Mädchen aus dem Deutschleistungskurs, denen »der Klimawandel echt Angst macht«.
Passt gut zu: den Milchschaumgetränken von Starbucks, der ausschließlich Innocent-Smoothies im Sortiment hat.
Ideale Werbefigur: Daniel Brühl.
Beigeschmack: augenzwinkerndes Heiligenscheinobst.

TRUE FRUITS
Apfel & Orange & Banane & Maracuja & Mango / Apfel & Orange & Banane & Himbeere & Heidelbeere & Brombeere & Johannisbeere.
Ca. 2,00 EUR, True Fruits.

Slogan: Achtung Suchtgefahr!
Kernzielgruppe: Berufsjugendliche aus der Medienbranche, die True Fruits jetzt auch in ihrem Edeka-Markt im Schanzenviertel oder Prenzlauer Berg finden.
Passt gut zu: Apple-Computern und Bionade.
Ideale Werbefigur: Sarah Kuttner.
Beigeschmack: reagenzglasige Utopie.

MÖVENPICK FRUCHTSMOOTHIE
Blutorange & Apfel / Mango & Maracuja.
Ca. 1,50 EUR, Bauer.

Slogan: Die neue Art Früchte zu genießen.
Kernzielgruppe: Falten fürchtende Dirigenten-Gattinnen mit zu lauter Stimme.
Passt gut zu: runtergesetzten Kaschmirpullovern.
Ideale Werbefigur: Veronica Ferres.
Beigeschmack: weltmännische Langeweile.

0739_angebot1.jpg

BIO-SMOOTHIE
Bio-Apfel & Bio-Mirabelle & Bio-Banane / Bio-Apfel & Bio-Cranberry & Bio-Pflaume / Bio-Apfel & Bio-Mango.
Ca. 2,00 EUR, Jacoby.

Slogan: Die große Portion Obst zwischendurch.
Kernzielgruppe: Menschen, die sich tatsächlich selbst als »Lohas« bezeichnen.
Passt gut zu: Selbstgestricktem und Liegerädern.
Ideale Werbefigur: Hans-Christian Ströbele.
Beigeschmack: idyllisch-verkitschte Schreibschrift-Heile-Welt.

VIE
Ananas & Passionsfrucht & Mais / Apfel & Karotte & Erdbeere / Banane & Kürbis & Kiwi / Orange & Banane & Karotte.
Dreierpack ca. 2,30 EUR, Knorr.

Slogan: 100% Obst & Gemüse – sonst nichts!
Kernzielgruppe: bulimische Schauspielschüler, die fürchten, von einem 250-ml-Smoothie der Konkurrenz dick zu werden.
Passt gut zu: Elternabenden und Volvo-Kombis.
Ideale Werbefigur: Ursula von der Leyen.
Beigeschmack: tütensuppiges Erinnerungskino.

FRUIT2DAY
Birne & Maracuja / Ananas & Banane / Mango & Pfirsich / Erdbeere & Orange.
Doppelpack ca. 2,40 EUR, Schwartau.

Slogan: Die tägliche Portion Obst in einer Flasche.
Kernzielgruppe: metrosexuelle Männer, die sich ein wenig genieren, sich von den »weiblichen Kurven« angesprochen zu fühlen.
Passt gut zu: Joghurette und Krönung Light.
Ideale Werbefigur: David Beckham.
Beigeschmack: prollig-obszöne Gen-Knubbel.

Text: Christoph Koch
Erschienen in: SZ-Magazin

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3 Antworten to “Der Smoothies-Vergleich: Können diese Früchte Sünde sein?”

  1. […] Zusammenfassend kann man sagen: Ein guter Smoothie muss nicht mehr als 1,50 Euro kosten wie man am Beispiel der “Naturis”-Smoothies von Lidl (Preis unter 1 Euro und beste Bewertung) sehr gut sieht. Wir denken Smoothies sollten fruchtig, nicht zu dünnflüssig und nicht zu süß schmecken. Außerdem sollten Smoothies unserer Meinung nach keine Kernchen enthalten: Echte Smoothies sollten aus gemixtem Obst ohne Schale und Kernchen bestehen, und also eigentlich auch nicht aus Konzentrat hergestellt werden. Als Verpackung fanden wir die Plastikfläschchen am besten, da die Becher instabil waren und unterwegs zum Beispiel (vor allem auch leer) eher unpraktisch sind. Zwei Hersteller mit Fläschchen haben Abziehfolien unter dem Deckel, die man nach dem Öffnen als klebrigen Müll erstmal in der Hand hat. Bei den Plastikfläschchen von “Schwartau” sind die Folien nur schwer abzubekommen, was dann in einer kleinen Sauerei enden kann. Der teuerste Hersteller “true fruits” bietet seine Smoothies in schicken aber schweren Glasflaschen an. Glasflaschen haben den Vorteil, dass sie keinen Geschmack oder irgendwelche Stoffe in den Inhalt abgeben können. Wer sich noch ein bisschen mehr über Smoothies informieren möchte, findet auf der Website der deutschen Gesellschaft für Ernährung einen interessanten Artikel: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. – Smoothies Und noch was lustiges zum Thema: Christoph Koch hat versucht die Zielgruppen von ein paar Smoothies zu beschreiben: Smoothies-Zielgruppen […]

  2. Aha said

    Leute die Blog schreiben und sich über metrosexuelle Männer auslassen? Das ist wie wenn Margot Käßmann eine Webseite gegen Alkohol am Steuer aufziehen würde. Nichts für ungut aber „ladida seht mich an ich teile der Welt unwichtige Dinge mit“ ist nicht viel besser als Smoothietrinken.

  3. christophkoch said

    Lieber Aha,

    interessante These. Boggen = metrosexuell = unwichtige Dinge mitteilen = Smoothies tirnken?

    „Unwichtig“ ist ja immer relativ, viele Menschen halten Smoothies den Verkaufszahlen nach für sehr wichtig. Und Margot Käßmann soll kürzlich auch mit einem gesichtet worden sein.

    Prost!

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