Christoph Koch

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Der perfekte Plan: Tromsö

Posted by christophkoch - 20. März 2009

Ganz weit da oben, im Norden von Norwegen, gibt es etwas ganz und gar Großartiges zu bestaunen. Wenn man Glück hat.

Die meisten Sehenswürdigkeiten und Naturwunder sind berechenbar: Sphinx, Matterhorn, Mach Pichu. Hinfahren, anschauen, Foto machen, fertig. Das Polarlicht ist launischer. Niemand weiß, wann es sich zeigt – und ob überhaupt. Trotzdem gibt es Orte, an denen die Chancen besser stehen als an anderen. Während man in Italien beispielsweise nur in einer von 365 Nächten die Möglichkeit hat, die farbigen Himmelsgebilde zu beobachten, gibt es einen um den Nordpol verlaufenden Ring, an dem sie in neun von zehn Nächten zu sehen sind.

Auf der Suche nach dem Bildschirmschoner der Natur: der Aurora Borealis

Auf der Suche nach dem Bildschirmschoner der Natur: der Aurora Borealis

Auf einer kleinen Insel, umgeben von Fjorden und schneebedeckten Bergen liegt Tromsö, die nördlichste Universitätsstadt Europas – genau auf diesem Ring, Wer die „Aurora Borealis“ (Magnetfelder der Sonne, die beim Kontakt mit der Erdatmosphäre bunte Schleier ans Firmament malen) sehen will, braucht trotzdem Geduld. „Sie ist eine launische Dame“, sagen Einheimische über die Aurora, während sie durch die Hauptstraße stapfen, die als vermutlich einzige der Welt eine Fußbodenheizung besitzt.
Um die launische Dame gut sehen zu können, so sagen sie einem, müsse man raus aus der Stadt. Rauf auf eines der Hurtigrutenboote, die die norwegische Küste entlangfahren, wo keine Straßenlaterne die Aussicht in den dunklen Nachthimmel erschwert. So sitzen wir also an Bord eines dieser ehemaligen Postschiffe in der Dunkelheit und warten auf eine Himmelserscheinung, die uns den Atem raubt. Doch die Wolken hängen dick und tief. Angetrunken und enttäuscht gehen wir nach einigen Stunden wieder von Bord. Erst als wir nach der teuersten Pizza unseres Lebens (die Verwandtschaft, die empfahl Vorräte mitzunehmen, hatte doch Recht!) zurück ins Hotel flanieren, sehen wir die magischen Figuren plötzlich über den Nachthimmel huschen. Und in der Tat: Es ist ein spektakuläres Schauspiel, wie sich das Band in wechselnden Farben und unterschiedlicher Dicke und Helligkeit über den Himmel schlängelt. Und zum Glück ist es eines, das sehr wohl mitten in der Stadt zu sehen ist.

Aunegården: Früher beherbergte dieses 1830 erbaute Haus eine Metzgerei, inzwischen findet man hier ein verwinkeltes Café/Restaurant – mit hauseigener Bäckerei. SjØgata 29, +47 776 51234

Kaffe å Lars:  Gemütliches Café mit hervorragendem Frühstück, jungem Publikum  und Blick auf die Dorfkirche. Kirkegata 8, +47 776 37730

Polaria: Museum mit arktischem Erlebnispfad und lebenden Bartrobben, Hjalmar Johansensgata, 12, +47 777 50100, http://www.polaria.no

Rica Ishavshotel: Hotel in Schiffsform mit Krähennest-Bar und Hafenblick, den man in einigen Zimmern von einem eigenen Whirlpool aus genießen kann. Fr. Langesgate 2, +47 776 66400, rica.no

Lyngsfjord Adventure: Hunde- und Rentierschlittenfarm mit Tages- Wochenend- und Wochenentouren. Skibotnsenteret, 9143 Skibotn, +47 777 15588, http://www.lyngsfjord.com

Eismeerkathedrale: Die von Architekt Jan Inge Hovik konziperte Kirche ist das imposante Wahrzeichen der Stadt Tromsö und sieht aus, als wäre sie aus aufgeschichteten Eisplatten errichtet. Hans Nilsens vei 41, 9020 Tromsdalen, +47 777 53450, http://www.ishavskatedralen.no
Fußgängerzone: Wenn die ganze Stadt vereist ist, kann man in der Fußgängerzöne dank meerwasserbetriebener Bodenheizung immer noch rutschfrei einkaufen.
Storgata, zwischen Bispegata und Kirkegata

Verdensteatret: Das älteste Kino Norwegens mit prächtigen Wandmalereien – wer kein Norwegisch versteht, kann es tagsüber besichtigen und abends im angeschlossenen Café Brettspiele ausleihen und DJs zuhören.

Skarven: Wer starke Nerven und keine Greenpeace-Mitgliedschaft hat, kann hier vor dem offenen Kamin Robbenlasagne und Walfischsteaks essen. Strandtorget 1, +47 776 00720, http://www.skarven.no

(Den wie immer wudervoll gezeichneten Plan – für den ich leider die Rechte nicht besitze – findet man hier.)

Text & Foto: Christoph Koch
Gekürzte Version erschienen in: SZ-Magazin

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