Christoph Koch

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Posts Tagged ‘Fernsehserie’

Klickenswert (3): Koch-Blogs und die ewige Mär vom „Stromberg-Erfinder“

Posted by christophkoch - 25. März 2009

Relativ unerträglich ist es ja auch, wie sich ProSieben-Gagschreiber Ralf Husmann im Zuge seiner neuen Comedy „Der kleine Mann“ überall einmal mehr als „der echt mal obereinfallsreiche Stromberg-Erfinder“ feiern lässt. Denn jeder, der die BBC-Serie „The Office“ kennt, weiß: Schamloser als Husmann und ProSieben kann man nicht klauen. Sehr angenehm und souverän dagegen, dass diese Dreistigkeit dem „einzig wahren Stromberg-Erfinder“ Ricky Gervais im NEON-Interview nur einen knappen (allerdings sehr guten) Witz wert ist.

Die Show läuft in einem halben Dutzend Ländern. Von Frankreich bis Brasilien. Nur die Deutschen wollen nicht bezahlen. Die haben das Format einfach geklaut. Seltsam. Es ist eigentlich nicht die Art der Deutschen, sich etwas zu nehmen, was ihnen nicht gehört.

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Gossip Girl: Product Placement statt Werbeblock

Posted by christophkoch - 13. Januar 2009

„Gossip Girl“ ist nicht nur die beste TV-Serie seit langem – sie hat auch die Macht der Einschaltquoten gebrochen. Doch Geld verdienen muss sie trotzdem.

Schon bevor „Gossip Girl“, die Hochglanzfernsehserie über das Leben reicher New Yorker Teenager an einer exklusiven Privatschule, überhaupt ausgestrahlt wurde, war die Spannung größer als der Central Park. Handelte es sich doch nicht nur um die Verfilmung einer millionenfach verkauften Bestseller-Buchreihe, sondern auch um das neue Projekt von Josh Schwartz, dem Kopf hinter dem Quotenerfolg „O.C. California“. Doch als „Gossip Girl“im vergangenen Herbst startete, waren die Einschaltquoten katastrophal. Die meisten Folgen lockten durchschnittlich 2,5 Millionen Zuschauer vor den Fernseher – gerade mal die Hälfte von dem, was bei den meisten anderen Serien schon reicht, um den Stecker zu ziehen. Denn bisher interessierten sich die amerikanischen Senderchefs nur für eines: Stimmt die Quote? Jeden Herbst schicken sie aufs neue Dutzende von Shows ins Rennen, nur die wenigsten kommen jedoch über eine Pilotfolge oder eine halbe Staffel hinaus. Schnell wird der Saft abgedreht, die Kulissen weggeräumt. Bitte alle nach Hause gehen, nächste Woche produzieren wir hier eine neue, kostengünstige Quiz-Show.

Der stets farbenfroh, doch ausgezeichnet gekleidete Schurke, der stets nur das eine will.

Chuck Bass (rechts): Der stets farbenfroh gekleidete Schurke, der nur das eine will.

Am Ende der letzten Fernsehsaison stand „Gossip Girl“ auf Platz 150 von 161 Serien des Abendprogramms und war somit eigentlich ein sicherer Kandidat für die Abschussliste seines Senders „The CW“, eine Tochter von CBS und Warner. Niemand konnte sich erklären, warum die Quoten so schlecht waren – denn die Serie war nicht nur bei kreischenden Teenagern beliebt, sondern trotz ihrer vermeintlich seichten Thematik auch bei Kritikern und anderen Erwachsenen. Das New York Magazine pries die Serie, die 2009 bei ProSieben laufen soll, als „bestes Teenagerfernsehen aller Zeiten“ und lobte Modernität, Geschwindigkeit und Gesellschaftskritik. Und in der Tat: Wer einmal eingetaucht ist in den Kosmos aus Intrigen und It-Bags, in das Ringen um Popularität und den ersten Geschlechtsverkehr, in eine Serie, die New York als Stadt zelebriert wie seit „Sex and the City“ keine mehr – der wird schnell süchtig und wartet begierig auf die nächste Folge. Die nüchterne New York Times fragt: „Wie kann man eine Sendung im Programm haben, über die mehr gesprochen wir als über fast alle anderen – und trotzdem keine Einschaltquoten damit erzielen?“
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O.C. California: Die große kalifornische Fernsehjugend

Posted by christophkoch - 28. Januar 2005

„O.C. California” ist nicht nur die beste Jugendserie seit Jahren – sie ersetzt auch das Musikfernsehen

Über keine Fernsehserie wurde im vergangenen Jahr in den USA so viel geredet wie über „The O.C.” (in Deutschland „O.C., California”). Die Abkürzung steht für Orange County, eine wohlhabende Gegend im Süden Kaliforniens, in der es nach Sandstrand und frisch polierten Autos riecht – und manchmal nach stiller Verzweiflung. 9,6 Millionen Zuschauer sahen im Schnitt die erste Staffel der Serie. Und das, obwohl die Geschichten aus Orange County alles andere als eine Werbung für den kalifornischen Way of Life sind: Zwei Mädchen legen ihre stockbesoffene Freundin vor deren Elternhaus auf den Boden und suchen kichernd das Weite, eine Mutter verführt den Ex-Freund ihrer Tochter – und auf nahezu jeder Party wird entweder gekokst oder die Abendgarderobe abgelegt, um sich zu prügeln. Schon die erste Folge der Serie (am Mittwoch auf ProSieben) ist so voller Tempo, Ereignisse und Spannung, dass man denkt, man würde einen kompletten Spielfilm sehen. Dabei sind es nur rund 45 Minuten einer Fernsehserie.

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Im Zentrum von „The O.C.” steht Ryan (Benjamin McKenzie), dem das Leben übel mitgespielt hat: Der Vater im Knast, die Mutter Alkoholikerin, der Bruder Autoknacker. Als Ryan durch diesen beinahe selbst ins Gefängnis muss, holt ihn der herzensgute Pflichtverteidiger Sanford „Sandy” Cohen (Peter Gallagher) zu sich nach Hause – in die behütete Gemeinde von Newport Beach. Während Sandys schüchterner Sohn Seth (Adam Brody) sich freut, in Ryan vielleicht endlich so etwas wie einen Freund zu finden, ist Mutter Kirsten (Kelly Rowan) weit weniger begeistert, einen wortkargen Unterhemdträger in ihrem Poolhaus zu haben, der noch dazu Zigaretten raucht.

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